Sehr schönes Haus, welches allerdings größer wirkt, als es tatsächlich ist. Dennoch wirkt das Haus von innen riesig. Um hineinzugelangen klingelt man und wartet, bis eine fröhliche Frau einen mit einem Lächeln empfängt und in den Eingangsbereich führt. Kommt man beispielsweise donnerstags um 14:00, besteht die Chance auf eine Privatführung. Eine Führung ist leider notwendig um in das erste Obergeschoss zu gelangen, welches das eigentliche Museum darstellt, da hier Ernst Jünger hauptsächlich gewohnt und gearbeitet hat. Im Erdgeschoss befindet sich lediglich eine kleine Ausstellung mit wenigen Ausstellungsstücken wie Jüngers Stahlhelm oder sein Wecker. Hier erhält man kleinere Einblicke in sein Leben und Wirken, seine Hobbys und kleinere Hintergrundinformationen rund um sein Aufenthalt in Wilfingen. Daher ist das Erdgeschoss eher für Schüler oder Interessierte gedacht. Im Dachgeschoss dagegen befinden sich die Räumlichkeiten von Jüngers zweiter Frau Liselotte, welche aber nicht zur Besichtigung freigegeben sind. Ohne Führung ist Jüngers "Wohnung" leider wie gesagt nicht zu betreten. Die Führung geht Hauptsächlich auf Jüngers Aufenthalt in seinem Wilfinger Haus ein, schweift aber ab und zu davon ab und zeigt Verbindungen zu seinem Schaffen als Literat auf. Prinzipiell erfährt man, als begeisterter Leser seiner Werke, kaum neues über die Biografie Jüngers, jedoch einiges über sein alltägliches Leben oder wie er den Umgang mit Gästen pflegte. Dies alles sind neue Eindrücke welche einem beim Lesen verschlossen bleiben. Die komplette Einrichtung ist nahezu Originalgetreu vom 17.02.98 und stellt somit eine Besonderheit dar. Alles wirkt so lebendig, als ob Jünger nur eben mal in der Küche verschwunden wäre. Somit erhält man einen weiteren und wirklich besonderen Eindruck über die Person Ernst Jünger. Immer wieder schweift man in Gedanken ab und denkt an die Lagen zurück, in denen sich Jünger befand, wenn man wieder ein, in seinen Büchern beschriebenes, Utensil entdeckt. Beispielsweise einen Gehstock welchen er 1917 in Verdun fand und dieses Erlebnis in seinen Stahlgewittern beschrieb, aber noch vieles mehr. Aber nicht nur das Haus ist interessant, auch die Umgebung, der Friedhof, auf welchem sein Sohn begraben liegt oder die Wälder um Wilfingen in denen Jünger täglich unterwegs war. Am Ende eines Besuchs kamen mir immer mehr Fragen auf, welche ich bei einem nächsten Besuch zu...
Read moreEin wunderbarer Besuch an einem regnerischen Nachmittag mit vier meiner Enkeln ( 11, 9, 7, und 5 Jahre alt)....die freundliche, sehr gebildete Kuratorin konnte sofort die Kinder in die faszinierende Welt von Ernst Jünger entführen....über Käfer, Schlange, Sonnenuhren, Muscheln, Versteinerungen, Bilder.... Am meisten beeindruckt wurden sie aber von dem Mut des jungen Soldat der den schwerverletzten Ernst Jünger das Leben rettete, indem er ihn aus dem Schlachtfeld auf seinem Rücken trug um dann , selber tödlich getroffenen, unter ihm zu sterben. Die Kinder waren begeistert und werden lange davon...
Read moreDas Jünger-Haus in Wilflingen wirkt wie ein Museum, das seinen Hausherrn fast ehrfürchtig bewacht. Man wandelt durch Räume, in denen der Geist des Autors allgegenwärtig bleibt – manchmal ehrfurchtgebietend, manchmal schwer wie ein zu enges Jackett. Bücher und Erinnerungsstücke reihen sich ordentlich, fast zu ordentlich, als dürften sie selbst keinen Widerspruch wagen. Wer Jünger verehrt, findet hier ein Heiligtum; wer ihn kritisch liest, mag eher ein feines Schmunzeln nicht unterdrücken.
Fun Fact: Jünger sammelte über 50.000 Käfer – und katalogisierte sie akribischer als so manchen...
Read more