Wer sich nur etwas für Evolution und Fossilien interessiert, sollte unbedingt mal hier gewesen sein. Die Grube Messel ist wahrscheinlich die wichtigste Fossilienfundstätte Mitteleuropas. Im Jahr werden hier durchschnittlich 3.000 Funde gemacht. Sie stammen aus dem Erdzeitalter Eozän, das nach der griechischen Göttin der Morgenröte benannt ist. Die Namensgebung war gewiss kein Zufall: Vor etwa 47 Millionen Jahren nahm nämlich die Vielfalt der Säugetiere deutlich zu. Es entstanden damals die Evolutionslinien der heutigen Säugetiere und Vögel. Möglich wurde dies erst durch das Massenaussterben der Dinosaurier vor 66 Millionen Jahren. Damals verschwand mit ihnen ein Großteil der Truppengruppen, auch viele Säugetierzweige. Die Natur brauchte rund 10 Millionen Jahre, um sich von den Folgen zu erholen und wieder eine Artenvielfalt hervorzubringen, die mit der vor dem katastrophalen Asteroideneinschlag vergleichbar war. In der Grube Messel kann man diesen evolutionären Aufbruch studieren. Es sind bei den Fossilien aus Messel - wie in der Ausstellung zu sehen ist - sogar Weichteile erhalten - Federn, Fischschuppen, Fell, Embryonen im Mutterleib und der letzte Mageninhalt. Viele bedeutende Exponate befinden sich allerdings im Landesmuseum Darmstadt, im Senckenberg Naturmuseum und natürlich dem Fossilien- und Heimatmuseum Messel. Die Ausstellung direkt an der Grube Messel bietet also nur einen kleinen Vorgeschmack, den man bei Gelegenheit mit weiteren Museumsbesuchen kombinieren sollte. Die Gelegenheit einmal, Paläontologen vor Ort über die Schulter zu schauen, sollte man sich trotzdem nicht entgehen lassen. Die Führung hinab in die Grube dauern etwa eine Stunde und werden manchmal von den fachkundigen Ausgräbern persönlich geleitet. Gut dargestellt wird in der Ausstellung, warum es so viele Fossilien in Messel zu finden gibt: Am Anfang der Geschichte des Urzeitlebens in Messel stand paradoxerweise eine große Umweltkatastrophe. Durch Risse im Gestein stieg vor etwa 50 Millionen Jahren Magma auf und traf auf Grundwasser. Das Wasser verdampfte daraufhin explosionsartig, es entstand ein mehrere hundert Meter tiefer Vulkankrater, der sich mit Wasser füllte. Am Grund des tiefen Sees zirkulierte das Wasser nur wenig und war sauerstoffarm mit wenig Mikroben. Tierleichen, die im See hinabsanken oder in den See gespült wurden, zersetzten sich folglich nicht oder kaum. Die Tierkörper, Früchte und Blätter wurden recht schnell von einem feinkörnigen Algenschlamm umschlossen und konserviert. Die gefundenen Tiere stammten aus drei Lebensräumen; dem See selbst, dem Uferbereich und einem angrenzenden tropischen Regenwald. Berühmt ist Messel natürlich für seine sogenannten Urpferde. Die verschiedenen Pferdearten waren allerdings maximal so groß wie ein Schäferhund und frassen nicht etwa Gras, sondern noch weiche Blätter und Früchte. Teilweise fand man in den Mägen der Urpferde Reste von Weintraubenkernen, was in der Forschung Anlass zu wilden Spekulationen gibt: Enthielten die Weintrauben Alkohol? Fielen die Urpferdchen etwa betrunken in den See? Wahrscheinlich wird man diese Fragen nie abschließend klären können. Aber selbst, wenn kein Alkohol im Spiel gewesen sein sollte: Nüchtern betrachtet ist der Name Urpferdchen leicht irreführend, denn zu den direkten Vorfahren unserer heutigen Pferde gehörten die Urpferdchen nicht. Sie entstammen vielmehr einer Seitenlinie. Aber sei es drum: Die kleinen Urpferdchen waren ideal an den tropischen Regenwald angepasst. Die vergleichsweise breiten Füße halfen dabei, auch auf sumpfigen Boden Halt zu finden. Die geringe Größe mit den kurzen Beinen war von Vorteil, um sich flink durch das Gebüsch zu bewegen. Vorsicht war nicht zuletzt wegen der 4 Meter langen Krokodile am Ufer geboten. Die Backenzähne der Urpferdchen waren noch rundlich und nicht abgeflacht - typisch für jemanden, der Laub verschlingt. Erst als sich das Klima abkühlte und sich Steppen ausbreiteten, wurden die pferdeartigen Kreaturen zu "richtigen" Pferden. Die Urpferdchen sind übrigens das possierliche Wappentier der...
Read moreHaving read about Grube Messel for many years and the importance of its exquisite fossils, I really looked forward to visiting when we happened to be in the area. The fancy building boded well but two rooms in, I actually doubled back to check with the staff if there were any fossils. I have no problem with additional information about geology and such topics to embed the Messel fossils into the wider context. But we went for fossils, not a lesson on volcanoes in Alaska, fascinating as that may be. There were 2 or 3 copies (including Ida the monkey) of fossils in the room before the Chamber of Treasures as they call it and maybe 20 in the chamber itself. The tortoise and horse were cool but the interpretation in general poor, we ended up having to guess which one was which bug in one of the displays. Given the thousands of fossils that have come out of the pit, I was expecting a lot more, and I've visited paleontologicial sites and museums on 4 continents so I've seen what stunning and what terrible looks like. Cut the art exhibition stuff and put in more fossils. I'm glad it was just "on the way", if we'd come a long distance, I'd have...
Read moreFossil Mecca!
They offer a great tour of the pit (we had in English) for school groups. The highly knowledgeable guide really brought this long-gone period to life for the students in terms of animals and plants. As you walk down through the tress into the pit (which is massive!) you really descend to the bottom of a prehistoric lake and go back in time, 56 million years, to the Eocene epoch.
There, you can see excavations in progress, fossils being carefully released from the oil shale.
Freshly dug up fossils can be seen as well as replicas of some of the more famous ones found here.
Students also got a chance to try themselves picking apart pieces of oil shale and even found some tiny fossils themselves.
You can also book "safari tours" in golf-cart vehicles if you're of more limited mobility or just fancy a safari-style experience to the...
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