Trotz des bewölkten Himmels haben wir ein paar wunderschöne Stunden im Pietzmoor und der Umgebung verbracht. Die ausgiebigen Informationstafeln haben uns den Frefel an der Natur einmal mehr näher gebracht. Und umsomehr können wir jetzt den Aufwand der Naturschützer, in diesem Fall auch der Anwohner, sehr gut verstehen. Ein wunderschönes Stück Natur das zum Verweilen einläd!
Das Pietzmoor, benannt nach dem östlich des Moores gelegenen Hof Pietz, ist das größte zusammenhängende Moor in der Lüneburger Heide. Das Hochmoor liegt südöstlich der Stadt Schneverdingen am Südrand des Naturschutzgebietes Lüneburger Heide. Das Pietzmoor hat eine durchschnittliche Torftiefe von 4 m, die maximale Mächtigkeit beträgt 7,5 m. In dem Moor befindet sich das Quellgebiet der Böhme und der Veerse. So stellt es eine Wasserscheide zwischen der Aller im Osten und der Wümme im Westen dar, da es über die Böhme zur Aller und über die Veerse zur Wümme – und schließlich über Aller und Wümme in die Weser – entwässert. Seit dem 16. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre diente das Pietzmoor den umliegenden Höfen und Ortschaften zur Gewinnung von Brenntorf. Bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts stellte dieser bäuerliche Handtorfstich einen ökologisch unbedeutenden Eingriff dar, da nur eine geringe Entwässerung erfolgte und nur kleine Flächen abgetorft wurden. Ab 1857 begann eine Phase der planmäßigen Entwässerung und Ausbeutung des Pietzmoors, in der tiefe Entwässerungsgräben und Dämme zum Abtransport des Torfs angelegt wurden. Der Versuch, hier Torf industriell abzubauen, wurde wegen mangelnder Rentabilität aufgegeben. 1960 waren bereits 20 bis 25 Prozent des Pietzmoores abgetorft. Mitte der 1970er Jahre wurde mit der Renaturierung des Pietzmoores, später auch der umliegenden Moore, begonnen. Ein wesentliches Ziel dabei war es, den natürlichen Wasserhaushalt der Moore wiederherzustellen. Den Nordostausläufer des Pietzmoorkomplexes bilden das Moor bei Hof Möhr sowie das Bockheberer Moor, welche ebenfalls durch Entwässerung und Torfentnahme geprägt wurden. Auf Hof Möhr existierte von 1870 bis 1905 eine Ziegelei, deren Brennstoffbedarf aus dem Bockheberer Moor gedeckt wurde. Die umfangreichste Torfentnahme erfolgte während der 1930er Jahre für die Anlagen des Militärflugplatzes in Reinsehlen, dem späteren Camp Reinsehlen. Seit Mitte der 1980er Jahre erfolgten bei beiden Mooren Wiedervernässungsmaßnahmmen. Das Freyerser Moor, der Südausläufer des Pietzmoorkomplexes, ist ebenfalls durch Entwässerung und Torfentnahme geprägt worden. Heute ist das Pietzmoor ein attraktives Naherholungsgebiet im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit einer Größe von 2,5 km². Zwei Wanderwege (Bohlenwege) mit 4,8 km und 6,6 km Länge führen direkt durch die Moorlandschaften. Seit Mai 2011 gibt es einen...
Read moreDas Pietzmoor, gelegen im Herzen Niedersachsens, entfaltet gerade im Herbst einen Zauber, dem man sich kaum entziehen kann. Die sattgelben und warmen Rottöne der Vegetation kontrastieren perfekt mit dem dunklen Moorwasser, sodass sich ein farbenfrohes Spektakel bietet, welches jeden Naturliebhaber begeistert.
Einer der Höhepunkte des Pietzmoores ist ohne Zweifel der Bohlensteg, der sich wie ein sanftes Band durch das Moor schlängelt und dem Besucher ermöglicht, dieses sensible Ökosystem hautnah und doch respektvoll zu erleben. Jeder Schritt auf diesem Holzweg lässt einen das Knarren und das federnde Gefühl unter den Füßen spüren, eine ständige Erinnerung an die Weichheit und Einzigartigkeit des Moorbodens.
Die Landschaft des Pietzmoores ist wahrlich einmalig. Die Kombination aus offenen Wasserflächen, kleinen Birkenwäldchen und dichten Schilfbereichen bietet Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Die Stille, die nur von gelegentlichen Vogelrufen unterbrochen wird, trägt zur meditativen Atmosphäre dieses Ortes bei.
Alles in allem ist das Pietzmoor im Herbst ein absolutes Muss für alle, die sich nach Ruhe, Natur und malerischen Landschaften sehnen. Ein Ort, an dem man sich verlieren und gleichzeitig wiederfinden kann. Ein Ausflugsziel, das in...
Read moreSehr schöne Moorlandschaft und ein toller, 4,4 km langer Rundweg. Vor allem die Bohlenwege fand ich sehr schön, denke aber, dass diese Wege für Rollator- oder Rollstuhlfahrer problematisch sein können, da sie ziemlich eng sind, teilweise recht schief und auch einige Latten und viele Nägel etwas hervorstehen, so dass man leicht darüber stolpern könnte. Landschaftlich finde ich es dort sehr schön, es ist eine Mischung aus Moor- und Heidegebiet. Als ich am 09.03.2022 dort war, war es durch den Dürre-Sommer leider alles sehr trocken, die Heidepflanzen waren zu großen Teilen leider vertrocknet und auch das Moor selbst sah teilweise sehr ausgetrocknet aus, in den meisten, der vielen, kleinen Tümpel, war aber noch Wasser und Sumpf zu sehen. Tiere und Vögel habe ich dort an diesem Tag fast gar keine gesehen, außer ein paar Enten. Die Bohlenwege darf man übrigens nur zu Fuß begehen, Radfahrer dürfen darauf nicht fahren, aber dafür wären die Bohlenwege sowieso zu eng, selbst für Fußgänger ist es recht eng, wenn einem Leute entgegen kommen. Die anderen Wege dort, darf man aber auch mit dem Fahrrad befahren, allerdings besteht ein großer Teil des Rundweges aus Bohlenwegen, ich schätze so ca....
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