Wir haben uns aufgrund der vielen positiven Bewertungen sehr auf unseren Abend zu viert im RAU gefreut. Ich bin schwanger und habe dies bereits bei der Reservierung bekannt gegeben. Ich war während meiner Schwangerschaft mehrmals in guten Restaurants essen und nie waren Anpassungen eine Schwierigkeit, anders jedoch leider im RAU.
Das Lokal ist sehr geschmackvoll eingerichtet und wir wurden in einer Art Wintergarten an einem schönen runden Tisch platziert. Bei der Speisenauswahl - wir wählten alle das 6-Gänge-Menü - wies ich nochmals darauf hin, dass bitte berücksichtigt werden muss, dass ich keinen rohen Fisch/Fleisch/Rohmilch essen kann.
Der erste Gang, der uns 1,5h nach unserem Eintreffen im Lokal serviert wurde, stellte das erste Problem dar. Es war offenbar nicht möglich, den gebeizten Fisch für mich einfach durchzubraten. Mir wurde allerdings ein anderer, heiß geräucherter Fisch als Alternative angeboten. Serviert wurde er jedoch mit Kaviar on top. Geschmacklich waren dieser und die beiden folgenden Gänge gut, jedoch keine Highlights.
Der Hauptgang, Hirsch, wurde mir wie den anderen Gästen halbroh serviert. Auf meine Anmerkung, dass das Fleisch noch roh sei, wurde mir vom Koch entgegnet, dass es nicht roh sei, sondern bei niedriger Temperatur sous vide gegart wurde. Für die sichere Abtötung von Listerien und Toxoplasmen müssen die Lebensmittel jedoch auf 70 Grad erhitzt werden. Der Koch sagt darauf nur, dass „das Fleisch ja nicht tot sein soll“. Ich verstehe nicht, warum der Wunsch nach durchgebratenem Fleisch so schwierig zu erfüllen ist. Widerwillig wurde das Gericht nochmals mitgenommen und flambiert. Geschmeckt hat der nun fast durchgegarte Hirsch gut. Der Weg dorthin war leider etwas mühsam.
Das Dessert, ein Schokoladenmus mit Sojamilch, schmeckte wirklich ausgezeichnet. Die nächste Ernüchterung folgte jedoch beim Käse. Leider gab es keinen einzigen Käse aus pasteurisierter Milch. Der Kellner sagte zu mir, dass „daran aber noch niemand gestorben sei.“ Ich habe auch keine Angst davor, daran zu sterben, sondern möchte während meiner Schwangerschaft einfach kein unnötiges Risiko eingehen. Da ich 2 Wochen im Voraus Bescheid gegeben habe, dass ich schwanger bin, hätte ich zumindest eine pasteurisiert Käsesorte wertgeschätzt. Als Alternative wurde mir Käsefondue angeboten, das ich dankend ablehnte.
Ich fühlte mich während des ganzen Abends leider absolut nicht respektiert und ernst genommen, sondern eher belächelt. In einem Restaurant dieser Preisklasse absolut nicht akzeptabel.
Eigentlich eine kreative, teils sehr gute Küche. Vor allem die Austern wurden von meiner Begleitung sehr gelobt. Für mich insgesamt leider dennoch keine allzu gute Erfahrung. Es wäre schön, wenn spezielle Essenswünsche - vor allem wenn sie vorab kommuniziert wurden - in Zukunft besser respektiert werden könnten bzw. Bescheid gegeben wird, falls dies nicht möglich ist. Dann hätte ich mit meinem Besuch bis nach der...
Read moreWenn man zum überraschungswochenende selbst fährt ohne zu wissen wo es hingeht und der Weg zum geografischen Mittelpunkt Österreichs führt, gäbe es viel Platz für Spekulationen wo es hingeht. Doch dann ein plötzliches Stopp mitten im Nirgendwo. Vor einem ein Lokal mit riesiger Glasfront. Der Eingangsbereich wirkt kahl, noch ein wenig unfertig. Und dann betritt man den Gastraum. Die Teekannen stechen sofort ins Auge. Ebenso der puristische Stil. Der helle Boden, die Holztisch aus regionalen Eichen. Deko aus Beton und petrolblaue Drehsessel ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Der Empfang ist herzlich, man fühlt sich sofort zuhause bei Freunden. Alles ist offen. Die kulinarische Reise beginnt mit einem Champus ind Langustenbrötchen. Das Abendessen startet mit Brot und Butter, die mit gerösteter Hefe bestreut in der Lade der riesigen Holztische darauf warten, genossen zu werden. Das Besteck verbirgt sich ebenso in dieser Lade und wird einfach nach Bedarf entnommen. Es kommen Buchweizencracker mit Rogenemulsion und Jakobsmuschel, gefolgt von einem genial hausgebeiztem Lachs mit Rosmarinkaviar und gerösteten Körnern. Nachdem ich auf das Kalbsbries mit Pilzaromen verzichtet habe, gabs stattdessen ein geniales Beeftatar, das sowohl mit seiner intensiven Farbe, mit der Chilimayonnaise und dem Parmesan genial war. Die Kombination aus Heilbutt, Kohlrabi und Kürbiskernöl war ein Hammer. Getoppt wurde dieser durch die heimische Ente, deren Geschmack noch am Folgetag leicht am Gaumen hing. Das leichte Dessert aus hauseigenen Zitrusfrüchten sorgte für die perfekte Erfrischung um noch Platz für den Käsecracker zu finden. Die Weinbegleitung war perfekt gewählt - auch wenn der Wein dann glasweise verrechnet wurde. Und von der Küchenparty am Ende des Abends, bei der es kulinarisch-lustig weiterging können wir nicht allzuviel berichten, das muss man selbst erlebt haben. Die Überraschung ist geglückt es war ein grandioser Abend, wie wir ihn nur selten...
Read moreGespannt und angelockt von der JRE Beschreibung der Restaurants sind wir nach Großraming in Oberösterreich gereist. Schon am Nachmittag haben wir Klemens Schraml, einen Koch aus Leidenschaft kennengelernt und uns mit ihm auf den Weg entlang eines idyllischen Bergbaches gemacht. Nicht genug, dass diese kleine Wanderung sehr ausnehmend schön war, hat uns Klemens an seinem unglaublichen Wissen über die heimische Pflanzenwelt und die vielfältigen Möglichkeiten der Verwendung einfachster Kräuter, Gräser und Farne in der Küche teilhaben lassen. Entsprechenden gespannt waren wir darauf, seine Kochkunst noch am selben Abend zu erleben zu dürfen. In dem wenig besuchten Lokal trafen wir auf ein kleines Team von nur drei Personen. Klemens zaubert im Alleingang mit seiner eigenen Handschrift Gerichte, die die ausgewählte Qualität der Produkte in den Vordergrund stellt und von ihm diffizil und filigran gerahmt werden. Seine große Leidenschaft gehört aber nicht nur der Küche, sondern auch einem Getränk, das er selbst entwickelt hat und von dem bald mehr zu hören sein wird, dem „Combuchont“, einer Weiterentwicklung von Kombucha mit nur 2% Alkohol und somit erfrischend leicht und dennoch sehr schmackhaft. Serviert wird dann von einer hinreißenden Servicekraft, die trotz ihres jungen Alters nichts an Professionalität und Kompetenz zu wünschen übrig lässt und auch in einem Michelin-Sterne-prämierten Restaurant einen hervorragenden Job machen würde. Wir hatten nicht nur einen herrlichen Nachmittag und Abend, sondern wir haben an diesem Tag auch ganz wunderbare Menschen getroffen, die hoffentlich wir bald...
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