An einem warmen Sommersonntag kehrten wir im Westphalenhof ein, und es versprach, ein gutes Mittagessen zu werden. Anfangs nette und zuvorkommende Bedienung, ein guter erster Gang, nachdem wir auch gefragt wurden, ob es uns schmeckte.
Ab da ließ der Service rapide nach, selbst der Hund am Nachbartisch bekam mehr Aufmerksamkeit von Herrn Westphal als wir – vielleicht weil die Nachbarn eine Weinbegleitung hatten, wir aber nicht? Wir konnten nach dem ersten Wasser kein Getränk mehr nachbestellen, weil uns einfach keiner mehr nach irgendwelchen Wünschen fragte. Mehrere Kontaktaufnahmen per Blick, Winken und Sprache, auch mit einer weiteren Kellnerin, verliefen erfolglos. Das Gefühl war ähnlich wie in einem lieblosen Touristenrestaurant, wo man vergeblich auf die Gnade der Kellner hofft. Genau dreimal musste ich mich erheben, in das Restaurantinnere gehen, um meine Wünsche vorzutragen. In einem feinen Restaurant ein klares No-Go. Selbst nach deutlichen Unmutsäußerungen tat sich einfach nichts – der Hund bekam jedoch sein Wasser am Nachbartisch. In einem guten Restaurant wird man auch wiederholt gefragt, wie es geschmeckt hat, auf Verzögerungen hingewiesen, insgesamt zuvorkommend behandelt. Hier jedoch war es einfach nur eine Servicearmut – wir reden dabei nicht von einem Waldrestaurant, sondern von Menüpreisen über 100 Euro. Der Hinweis von Herrn Westphal, er sei schon seit 30 Jahren im Geschäft, ist mit Verlaub alles andere als eine – längst überfällige – Entschuldigung gewesen, und man kann nur hoffen, dass die Gäste in den Vorjahren es besser hatten als wir.
Das Essen war an sich sehr gut, variierte jedoch in seiner Qualität. Auffällig war für mich die Überwürzung des Essens und ein Übermaß an Salz (Ausnahme war die eher lasche Gemüselasagne). Noch Stunden später hatte man dieses langanhaltende Durstgefühl nach zu stark gewürztem Essen. Hier wäre ein Fokus auf feinere und weniger dominante Aromen sicher besser gewesen. Insgesamt fiel bei den Gerichten eine für den Geschmack des Restaurantkritikers zu vielfältig ausfallende Kombination verschiedener Zutaten auf. Dadurch wurden teilweise die interessanten Facetten gustatorisch unnötig überlagert. Das kann gelingen, hier war es aber nicht der Fall. Auch hier wäre weniger sicher mehr gewesen. Ob nun Restaurantkritiker oder nicht, zwischen den verschiedenen Gängen etwa 25 Minuten Wartezeit (und teils noch mehr) zu erleben, war leider schwer zu ertragen. Nach 2,5 Stunden bestellten wir das Dessert ab, waren durstig und frustriert und verließen das Etablissement und seine wenig charmante Umgebung.
Lieber Westphalenhof, wenn Sie richtig gut sein wollen, dann wären ein exzellenter Service, ein nicht mit zu vielen kombinierten Zutaten überfrachtetes Essen und etwas mehr Fähigkeit zu kundenorientierter Selbstkritik gute Startpunkte.
P.S. Warum fällt es dem Restaurant eigentlich so schwer, sich auch mal bei Gästen zu entschuldigen, Kritik an einem (möglicherweise nur an diesem einen Tag) unzureichenden Service anzunehmen und Fehler einzuräumen? Das ist schade - und natürlich ist Geschmack subjektiv, darüber kann man trefflich streiten, über fehlenden Service...
Read moreIch weis gar nicht mehr genau, wie viele Jahre es her ist, dass meine Eltern mir erzählten, dass das gourmettechnische Niemandsland im tiefsten Osten der Republik ausgerechnet in Hoyerswerda einen Tester der einschlägigen Gourmetführer positiv und nachhaltig beeindruckt haben musste.
Es dürfte nun mittlerweile ein Jahrzehnt sein, in dem es mich immer und immer wieder in den Westphalenhof zieht. Manchmal auf direktem Wege, manchmal auch als kleinen Umweg auf dem Weg von Wolfsburg nach Stuttgart. Manchmal komme ich mit dem Partner, manchmal mit den Eltern, nicht selten auch allein.
Der erste Besuch hat mich nachhaltig beeindruckt. Der Aussenbereich lässt ganz klar noch die sozialistische Architektur erkennen und auch der Eingangsbereich hat noch einen etwas nostalgischen Charme. Hat man das Restaurant aber erst einmal betreten, hat man den Eindruck, als könnte man auch in einem der französischen Gourmettempel a la Alain Ducasse sein. Schöne Tapeten, dicke Vorhänge und ganz klassisch, Tischdecken. Ja, hier kann man sich wohlfühlen!
Das was die Gebrüder Westphal hier auf die Beine gestellt haben ist schon beachtlich. In all den Jahren gab es nicht einmal etwas was ich an Service oder Küche auszusetzen gehabt hätte. Alles was aus der Küche kam war stets durchdacht zusammengestellt, auf dem Punkt abgeschmeckt und sofern wichtig, auch immer perfekt gegart. Auch stelle ich immer wieder fest, dass sich hier nicht auf alten Lorbeeren ausgeruht wird, sondern immer wieder an Neuem gearbeitet wird, ohne die Klassiker zu vernachlässigen. Ja, es ist völlig in Ordnung dass sich auf der Karte auch immer wieder Gerichte finden lassen, welche man auch schon aus seinen vorherigen Besuchen kennt. Auch heute noch bin ich jedes Mal beeindruckt mit wie viel Leidenschaft und Liebe zum Detail der eine oder andere Gang angerichtet ist und bin zeitgleich verwundert, dass der Guide Michelin diese Leidenschaft und Beständigkeit in Qualität und Kochkunst noch nicht entsprechend zu würdigen wusste.
Ich jedenfalls weiß diesen hervorragenden Service, die vorzüglichen Speisen und die angenehme Atmosphäre in diesem Hause sehr zu schätzen. Es hat sich in den letzten Jahren schon so eingebürgert, dass, bin ich "Alleinspeisender" mich für mein Dessert an die Theke setze um dem manchmal noch hektischem Treiben zwischen Küche und Service für einen Augenblick zuschauen zu können.
Zusammenfassend bleibt mir nur zu schreiben, dass der Westphalenhof sich vor Vergleichen mit den Gourmetrestaurants des ferneren Umlandes nicht scheuen muss. Ja, sehr gut gekocht wird vielleicht auch wo anders. Aber das, was den Westphalenhof ausmacht und von seinen Mitstreitern unterscheidet, sind nicht zuletzt die Gebrüder Westphal...
Read moreWestphalenhof - Ein Ort des Genusses in der Lausitz Wer einen unvergesslichen Abend aus kulinarischen Highlights, professionellem Service und elegantem Ambiente sucht, der ist hier definitiv an der richtigen Adresse. Das Konzept des Westphalenhof überzeugt von vorne bis hinten und lädt jeden Fan des guten Geschmacks zum Verweilen ein. Die facettenreiche Menükarte bietet jedem Gast etwas, auch demjenigen der gern Mal etwas neues probiert und bereit ist sich der Experimentierfreude der Küche zu stellen. All dies wird abgerundet durch den sehr persönlichen und hochprofessionellen Service, wodurch man sich nicht wie der normale Gast sondern wie ein jahrelanger Freund fühlt der direkt...
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