Eine vertane Vorfreude. Ich war mit meiner Familie anlässlich eines Geburtstags in der Gaststätte mit Auto eingekehrt. Wir hatten im Voraus reserviert und nach einem kleinen Umweg direkt am lokal parken können. Vor Ort empfing man uns herzlich im sehr schönen Außenbereich, an einem recht angenehmen Tag. Der Gastwirt stellte sich und seinen Familienbetrieb vor und berichtete uns von regionalen und innereuropäischen Produkten, welche er verarbeitet. Auch wird hier Kaffee selbstgeröstet und man bietet Hauseigenes Bier an. Ich lauschte seinen Worten mit zunehmender Begeisterung und machte mir ein Bild von den herausragenden Gerichten, die man uns zubereiten würde. Zunächst sollten Getränke gereicht werden, man gab uns die Wahl zwischen zwei Bieren (3-4 Vol.-% Alk.), einer Bowle und Holunderwasser und den Hinweis, dass es nichts anderes zur Auswahl gibt. Zum Leid meines Schwiegervaters, der wollte keinen Alkohol und war an Holunder nicht besonders interessiert. Beide angebotenen Biersorten waren sehr mild, aber geschmacklich in Ordnung. Als Vorspeise gab es ein mit „Tabak geräuchertes“ Tomatensüppchen aus einer unkonventionellen Tomatensorte, welche grün bis leicht orange gefärbt geerntet wird und einen ungewöhnlich süßen Geschmack habe, so die Beschreibung des Gastwirts. Süß und rötlich war die Suppe und ganz passabel, die Süße schien mir eher von Sprühsahne, aber das kann natürlich täuschen. Mit Tabak zu räuchern würde neben Raucharomen ebenso Nicotin und im gewissen Maß auch Bitterstoffe freisetzen und ist zudem deklarationspflichtig und unsinnig. Ein mildes Obstgehölz ist die üblichere Wahl. Es folgte der Hauptgang und damit die große Enttäuschung. Ein französisches Milchlamm nur mit Kräutern gewürzt, ohne Salz, damit der Fleischgeschmack perfekt zur Geltung kommt, wurde angekündigt. Bekommen habe ich eine überwürzte, zarte Lammkeule, welche lieblos auf Sauce gebettet war. Eine Speise, die zuvor nahezu malerisch vom vermeintlichen Küchenkünstler mit Liebe zu seinen Produkten beschrieben wurde, wurde den Lobesworten und der Empfehlung nicht gerecht und das zu einem Preis von 45€. Dazu wurden Klöße und Rotkohl bzw. Bohnen gereicht. Das Rotkohl schmeckte nach Nelke und Essig und sah, vom Schnitt betrachtet, nach einem zugekauften Produkt aus, ebenso die matschigen, grün-grauen Bohnen, die lieber auf dem Feld bzw. im Glas geblieben wären. Die restlichen Familienmitglieder arrangierten sich mit Hinterlauf vom Wildhasen, Schmortopf mit Ziegenfleisch und einem breiigen Pilzragout in heller Sauce. Geschmacklich alles wenig überraschend und enttäuschend angerichtet. Zum Abschluss wurde uns Mokka aus hauseigenen gerösteten Bohnen empfohlen, wobei der Mokka ein normaler Kaffee für 7€ war und eben nicht der Zubereitungsweise eines Mokkas entsprach. Diesen Besuch empfand ich als zu tiefst beleidigend, da man mir als Gast das Gefühl gab mit Geschichten über Liebe zum Produkt, Regionalität, Erfahrung und Professionalität eine mittelmäßige, wenig begeisternde Küche aufwerten zu können. Dieses Gasthaus kann ich leider nicht empfehlen und meine Familie wird es auch nicht wieder besuchen, denn von Geschichten allein wird...
Read moreViele Worte des Wirtes als Rechtfertigung für seine auf einer Schiefertafel überraschend kredenzte hochpreisige Speisekarte (mit Rechtschreibfehlern).
Sicherlich gut zubereitetes Wild in wohl schmeckender Sauce, prima Klöße, enttäuschend schmeckendes Rotkraut (davon sehr wenig, alles nacheinander von der 1-Mann-Show in speckiger Cordhose und Strickpullover träge serviert).
Sehr hochpreisig, nur wenige Speisen im Angebot ohne Alternativen (insbesondere für die einkehrenden Wanderer mit Kindern, die gar nicht kamen... Warum? )
Wir, mitten im Winter, allein in einer nur mäßig gepflegten UNGEHEIZTEN Gaststube, die Teller kamen aus der sehr kalten etwas ungepflegt und unorganisiert wirkenden Küche nicht vorgewärmt mit lauwarmen (oder daher schnell abgekühlten) Speisen. Die Klöße kamen in einer kalten Schüssel, das wenige Rotkraut 3 Minuten später ebenfalls in einer kalten Schüssel, folglich auch dieses in Kürze lauwarm geworden.
Überteuerte Getränke mit abgestandener Kohlensäure bei der Brause.
Auf mich machte die Person des Wirtes einen selbstbewussten hochtrabenden Eindruck. Der offensichtlich bestehende Wunsch, mit seiner Küche ins hochpreisige Segment eines Feinschmeckerlokales einzusteigen, scheitert aber an der Pflege und dem Dresscode der Person, des Lokales (innen) und fehlender Etikette. Hier ist zwar Kreativität und die Verkaufsidee mit Gewinnmaximierung zuhause, aber wenig Einsicht zu Fleiß, Einsatz und Propperkeit.
4 Personen aßen und tranken dort 1 Suppe, 4 Hauptgerichte und 4 Getränke für 240 €, ....defacto immer noch in einer Ausflugs- und Dorfgaststätte...
Fazit: Nach diesem verpatzten Geburtstagsessen (wenn man angemeldet ist, geht man auch nicht so einfach wieder, weil einem die Art und Weise, die Karte, die Preise nicht gefallen haben und gar übergestülpt wurden; schließlich will man ja dem Geburtstagskind nicht den Tag verderben und die Stirn besitzen, resolut zu werden) werden wir den Ziegenhainer keinesfalls mehr besuchen! Wir haben uns sehr über die Art und Weise und vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis geärgert.
Bitte sehen Sie, Herr Wirt, von Ihrer Antwort ab, denn diese bisher vergebenen Erwiderungen auf schlechte Rezensionen sagen VIEL über Sie aus und verschlechtern Ihre Lage nur. Besser wäre: "Vielen Dank für Ihre Kritik, wir werden unser Konzept überdenken. Schade, dass es Ihnen bei uns nicht...
Read moreFantastische Gerichte, Soßen mit Wumms, Kachelofen-Wärme und familiäres Slow Food.
Wie bei Muddern, nur ohne Muddern. Dafür mit dem Inbegriff eines Wirts, der den Begriff "herzhaft" menschlich widerspiegelt und enthusiastisch jedes Gericht erläutert. Von der Jagd bis zur Anrichtung auf dem Teller wird alles liebevoll und unterhaltsam erklärt. Daher hier Tipp Nr. 1: Nehmt euch die Zeit! Wer hier mit knurrendem Magen einreitet sollte dem Wirt kurz Bescheid geben – sonst wird man in einem 30-Minütigen (aber sehr interessanten) Gespräch etwas vom Bestellen abgehalten ;) Allerdings nichts, was Kommunikation nicht lösen könnte.
Wir waren eigentlich "nur" zum Mittag hier, verließen aber das Wirtshaus erst nach 3 Stunden. Die Zubereitung der Speisen ging zackig, aber von "Fast Food" keine Spur. Hier ist nichts aus der Tüte! Alles gründlich vorbereitet, hervorragend ausgewählt, vom Erzeuger des Vertrauens erworben und mit viel Liebe und Erfahrung hausgemacht zubereitet. Hier wird Slow Food gelebt, was in der heutigen Zeit wirklich eine Seltenheit ist. Alle Daumen hoch!
Um so viel wie möglich zu probieren haben wir zu 6t beinahe die ganze Karte bestellt. (Diese besteht nur aus wenigen ausgewählten Goldstücken und zeigt auch hier nochmal, dass "Qualität statt Quantität" immer kickt! Einfach toll!) Und das empfehle ich auch jedem, der da zu mehrt aufkreuzt. Probiert, soviel ihr könnt! Alles schmeckt anders! Jedes Stück Fleisch war ein Gedicht –Von Rehbraten bis Hase zu Sauerbraten. Ah, und auch Vegetarier kommen hier auf Ihre Kosten! Selbst die Anrichtung des Essens war wie "bei Omma, früher". Alle Klöße waren in einer Schüssel und die einzelnen Beilagen wurden in einzelnen Schüsseln auf dem Tisch verteilt. Ein sehr familiäres "Mahl" – sehr zu empfehlen!
Um das ganze nicht in einem Roman enden zu lassen:
Das Gasthaus "Zum Ziegenhainer" ist für Leute, • die nicht in Eile sind, • kleine, aber feine Speisekarten schätzen, • Hausmannskost lieben (ob vegetarisch oder tierisch), • wissen möchten, wo ihr Essen herkommt, • sich nicht scheuen für Qualität, Aufwand und Expertise angemessen zu bezahlen.
Das Essen und der Aufenthalt waren jeden Cent Wert. Danke dafür und bis ganz (!) bald :) Herzhafte und jetzt hungrige Grüße von Familie...
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