Wir sind häufig in Italien. Die Hoffnung auf kulinarische Erlebnisse wie auf Sardinien & Sizilien erfahren, erfüllte sich teilweise. Im ⭐️ Restaurant kocht man avantgardistisch. Berichte div. Foodblogger motivierten uns, das Restaurant zu besuchen. An diesem Abend fanden sich nur wenige Gäste ein.
Klassik, gerne modern interpretiert, geprägt durch handwerkliches Können, die mögen wir. Avantgarde, dies ist nur bedingt nach unserem Geschmack. So hatten wir nie die Idee, das viel gepriesene Noma zu besuchen.
Zum Start servierte man ein fabelhaftes Rinderragout, wunderbare Grissini, eine aromatische Tomatenessenz. Ein Ziegenfrischkäseschaum mit Pesto, Zuckerschotensalat und Safranfocaccia überzeugte gleichfalls. Ein mit Käse gefüllter Pizzateig, das Ganze mit Honig glasiert, dies entpuppte sich als eine herzhafte Gaumenfreude.
Im ersten Gang servierte man eine Homage an Massimo Bottura. Parmesan in div. Zubereitungen und Texturen, dazu einen 14 Jahre alten Aceto. Separat wurde eine mit Parmesan gefüllte „Nudel“, angegossen wurde ein Parmesansud, serviert. Das schmeckte alles sehr gut. Es folgte Dampfnudel / Bolognese DOCG / Besciamella. Eine herzhafte Bolognese in einem Nudelpäckchen. Dazu dreierlei Soßen, u. a. eine kräftige Jus. Die Präsentation schlicht, aber das Gericht am Gaumen beglückend. Dann wurde eine Trüffelbutterkerze (sehr starkes Trüffelaroma, mit Trüffelöl verfeinert?) und etwas, was als Brotauswahl bezeichnet wurde, präsentiert. Dazu gab es einen aromatischen Tomatensalat mit Kapern. Ein Gebäck mit Honig schmeckte ofenwarm gut, wurde mit der Zeit leider zäh & trocken.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich angetan und bestellte spontan einen weiteren Gang – Spaghetto alla Vongole - Grüner Pfeffer / Waldbeeren / Bergbutter / Venusmuscheln. Manchmal ist weniger mehr. Die Pasta an sich war exzellent. Beeren und Kaviar brachten für mich ein Ungleichgewicht. Der Kaviar ging unter, er war zu warm und homöopathisch dosiert.
Es folgte Currywurst Speciale. Gambero Rosso di Sicilia / Krustentier / Curry / Tropea Zwiebel / Zucchini. Das las sich vielversprechend, war am Gaumen eher diffus und wirkte auf dem Teller verloren. Kaum mehr als ein Gabelbissen. Die Geschichte der Entstehung des Gerichts war interessant, das Gericht selbst machte mir bedauerlicherweise keine Freude. Chianina Rind / Rucola / Bagnetto Verde, dies war Nona-Herzensküche. Eine Sous Vide gegartes Stück wurde auf dem Green Egg finalisiert, ein Zungenstück und ein Tatar wurden separat serviert. Schlicht, aber sehr schmackhaft, das Rind überzeugte in diesen drei köstlichen Zubereitungen. Das Predessert war wohlschmeckend. Nicht italienisch, aber das machte nichts, da sich nach dem ersten Löffel Zufriedenheit einstellte. Es gab einen Baba au Rhum, hier ein Vanillerum, dazu Kokos und Passionsfrucht. Panna Cotta / Semifreddo / Pfeffer-Fior di Latte Eis. Eine „wilde“ Mischung. Folgte man dem Rat des Service, alles miteinander zu mischen, funktionierte dieses Dessert gut. Ein schöner Abschluss. Es folgte noch einige "Kleinigkeiten" zum Espresso, diese waren tadellos.
Für das komplette Menü in sieben Gängen wurden 190 Euro aufgerufen. Rufe ich mir in Erinnerung, was beim ⭐️⭐️ Koch am Chiemsee für fünf Euro mehr geboten wurde, dann ist die Kalkulation hier recht "sportlich". Das alternative, vegetarische Menü war etwas günstiger. Zufrieden waren wir mit dem Service. Er war freundlich, kompetent. Die Unterhaltung mit dem Restaurantleiter war angenehm, ein sympathischer Vertreter seines Fachs. Gefreut haben wir uns über Tischdecken. Die Stühle waren unkomfortabel, schweißtreibend, rutschig. Uns tat der Rücken weh. Der Abstand zwischen den Tischen war großzügig bemessen. Im Hintergrund „dudelte“ Musik. Böse, was aus einem Klassiker von Queen, Tina Turner etc. wird, wenn man selbigen in Barjazz ummodelt.
Wir folgten der Empfehlung zweier Bekannter, die versierte Esser und wegen ihrer Expertise von mir geschätzt werden. Ggf. hatte ich nur einen weniger "starken" Abend als sie. Letztendlich hat Herr Corona hat eine Menge Fans und das...
Read moreIch habe mir vor dem Schreiben meiner Rezension viel Zeit genommen, um auch die anderen Rezensionen zu lesen, und ich musste feststellen, dass viele von diesen ungerechtfertig böse sind. Teils wegen Missverständnissen teils weil sich Personen über die geltenden Corona-Regeln ärgern und dies am Restaurant auslassen. Vorab: Ich habe schon zweimal hier gegessen und meine Hochzeit hier ausgerichtet, daher folgen zwei einzelne Bewertungen.
Restaurantbesuch (Sterneküche): Ich war in meinem Leben bisher nur dreimal in einer Sterneküche essen, aber im Schloss Filseck hat es mir wirklich bei weitem am besten geschmeckt. Wie man es kennt bekommt man über mehrere Gänge (3, 4, 5...) kleine Häppchen serviert und dazwischen immer kleine Geschenke des Hauses, sodass man am Ende bei einem 5-Gänge-Menü 9 Gerichte gereicht bekommen hat. Dennoch ist man nach dem Verzehr nicht zu voll, sondern verspürt eine angenehme Sättigung. Dies schätze auch meine Frau und unsere Eltern so ein. Das Personal war sehr höflich und nett. Es lief angenehme Musik und man hat sich rundum verwöhnt gefühlt. Diese ganze Extraklasse hat aber auch zu Recht ihren Preis. Mit Getränken muss man bei einem 5-Gängemenü mit 150-200 € pro Person rechnen. Wenn man sich daher etwas gönnen möchte und die Sterneküche mal kosten will, dann kann ich das Restaurant Filseck nur wärmstens empfehlen.
Hochzeitsfeier: Wir haben unsere Hochzeit mit circa 100 Personen auf dem Schloss Filseck gefeiert und ich kann nur sagen, dass wir restlos begeißtert sind. Der Preis war im Vergleich zu anderen Anbietern fair und die Location wunderschön. Für das Essen wurden wir vorab zu einem richtigen Probeessen eingeladen an dem wir unser Wünschmenü serviert bekamen und dieses entsprach eins zu eins dem Essen auf der Hochzeit. Dass es sich hier nicht um die selbe Qualität handelt wie bei der Sterneküche, sollte jedem klar sein, da dies sonst unerschwinglich wäre. Das absolute Highlight sind aber die Mitarbeiter! Wir waren wirklich keine leichten Gäste und doch wurden alle unsere Wünsche erfüllt. Das Team hat sogar eine vorgefertigte Gin-Bar für uns aufgebaut. Die Mitabeiter waren höflich, zuvorkommend und immer hilfsbereit. Einfach perfekt! Der beste Service den man sich vorstellen kann und Gold wert, wenn man Aufgaben aus der Hand geben muss und sich sicher sein will, dass es so umgesetzt wird, wie man es sich vorstellt. Die Preise varieren wirklich sehr stark je nach Auswahl der Leistungen und des Essens. Daher empfehle ich hier einen Blick auf die Preisliste der Homepage zu werfen. Pro Person sollte man aber mit 100-200 € rechnen (für Kinder deutlich weniger). Ich kann jedem nur empfehlen seine Hochzeit hier zu feiern. Man wird es...
Read moreUnser Menü (März 2025)
"Il nostro Benvenuto" (Gruß aus der Küche) a) Verschiedene Kleinigkeiten/Brot ⭐️⭐️⭐️⭐️ - Gut. b) "Carbonara" - neu interpretiert ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ - Sehr gut!
"Rane in Saor" (Frosch-Schenkel/ Zwiebel/ Aceto Timorasso/ Sauerteig Crostini) ⭐️⭐️ - enttäuschend. Sehr krautige Textur, süß-sauere Zwiebeln überdecken alles weitere. Fleischkomponente im Verhältnis zur (zu großen) Portion unangemessen (1 winziges Stück).
"Arancino" (Dampfnudel/ Ragolt/ Erbsen/ Safran/ wilder Fenchel) ⭐️⭐️⭐️⭐️ - Gut. Nudel etwas zu hart, Fenchelöl leider kaum wahrnehmbar.
"Porcino" (Assoluto vom Steinpilz) ⭐️⭐️⭐️ - okay. Nudel zu dick und wieder zu hart, Füllung kaum feststellbar. Schade!
"Ricordi di Barumini" (Pesce del Giorno / Vongole / Petersilie / Wildkräutercreme / Focaccia) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ - Sehr gut. Fisch: Loup de Mer. Hätte mir jedoch ein paar ?sichtbare) Vongole gewünscht.
Vitello Ton-(katsu)-nato (Toskanisches Kalbsfilet / Belfego/ Veloute de Veau) ⭐️⭐️ - gut gemeint. Tolle Idee Kalb und Thunfisch als eine Art Schnitzel zu kombinieren. Leider überdeckt die vollkommen versalzene, braune (Fisch-?)Essenz, die "zur Verfeinerung" großflächig darüber gekippt wurde, alle anderen (ansonsten wirklich sehr guten!!) Aromen. Man hätte gleich pure Sojasauce nehmen können. Schade, wirklich sehr schade!
Zuppa lnglese (Alchermes/ Valrhona Madagascar / Tahiti Vanille/Rosenwasser- Himbeeren) ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ - Ein Traum!
Zur Weinbegleitung: ⭐️⭐️⭐️ - solide, aber mit Schwächen. Alle angebotenen Weine stammten aus Italien. Überwiegend recht passend und von guter Qualität. Der zum Dessert angebotene Spumante war jedoch ein totale Fehlkombination. Aromen von Birne, Karamell, Nuss und die alles dominierende Hefe-/Brioche-Note passt leider überhaupt nicht zu dem grandiosen Dessert (Schokolade, Himbeeren, Kräuter,...). "Bubbles gehen immer!" Nein, leider nicht!
Ambiente: Tisch clean, nur eine Batterielampe. Am Fenster Pflanzen eher im Bürocharme. Ein paar Blumen, besonders am Tisch, würden gut tun und dem Niveau eher...
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