Er steht – und er bleibt. Nicht als Sehenswürdigkeit, sondern als innere Markierung. Ein Turm, der nicht erhebt, sondern erinnert. Er braucht kein Schild, keine Werbefahne, keine Erklärung. Wer ihn sucht, weiß vielleicht noch nicht, was er dort finden wird. Aber wer ankommt, spürt es: Dies ist kein Denkmal im landläufigen Sinn. Es ist ein Ort, der sich weigert, vergessen zu werden – nicht aus Stolz, sondern aus stiller Bindung. Was 1915 entstand, geschah nicht aus Eitelkeit. Sondern aus einem Wunsch nach Halt, als das Land seine Form verlor. Gebaut aus Sand, getragen von Menschen, die nicht debattierten, sondern taten. Die glaubten, dass Zusammenhalt mehr ist als ein Wort. Dass es Orte braucht, die man nicht erklären kann – nur begehen. Der Bismarckturm ist rau, kantig, unbestechlich. Kein Glanzstein für Broschüren. Keine Kulisse. Wer vorbeiläuft, sieht nur Beton. Wer innehält, erkennt: Hier wurde nicht Repräsentation gebaut – hier wurde Verantwortung gegossen. In jedem Winkel: die Spur eines Gedankens, der nicht vergeht. Hundert Linden stehen um ihn wie eine unsichtbare Umarmung. Sie reden nicht. Aber sie wachen. Ihr Schweigen ist dichter als jedes Gedenkblatt. Man spürt, dass hier nichts gefordert wird. Und doch alles gegeben werden kann – wenn man bereit ist. Und wer denkt, man könne ihn jederzeit besuchen, der irrt – wie ein Esel, der durch das Tor rennt, obwohl es geschlossen ist. Denn der Turm folgt nicht dem Takt der Stadt, sondern seinem eigenen Rhythmus: Von Mai bis September: nur sonntags zwischen 14 und 16 Uhr. Von Oktober bis April: nur am ersten Sonntag im Monat, zur selben Zeit. Was hier offen ist, ist nicht planbar – sondern erfahrbar. Und wer zufällig kommt, kommt oft vergebens. Vielleicht ist genau das der Punkt. Der Weg dorthin ist kein Spaziergang. Er führt nicht über Asphalt. Er fordert Zeit. Und Bereitschaft. Wer ihn geht, wird nicht geführt – sondern geprüft. Nicht vom Gelände, sondern vom eigenen Inneren. Ob man bereit ist, still zu werden. Der Turm hat keine Öffnungszeiten im üblichen Sinne. Er öffnet sich nicht durch Schlüssel – sondern durch Haltung. Ehrenamtliche halten ihn wach, tragen ihn weiter, unbezahlt, unbeachtet. Aber mit einer Kraft, die keine Verwaltung ersetzt: Achtung. Was in ihm bleibt, ist nicht bloß Geschichte. Es ist das Echo eines Versuchs, ein Land nicht über Grenzen, sondern über Zugehörigkeit zu verbinden. Nicht durch Befehl, sondern durch Gefühl. Der Turm spricht nicht – aber er lässt fühlen. Er erklärt nichts – aber er fragt alles. Und wer geht, nimmt nichts mit. Kein Souvenir. Keine Pose. Nur eine Schwere, die bleibt – nicht als Last, sondern als Erinnerung an etwas, das nicht verloren ist, solange wir noch spüren, was uns...
Read moreHeute ging es wieder einmal zu einem recht jungen Bismarckturm. Dieser beeindruckende Turm wurde von 1914-1915 erbaut. Das spiegelt sich vor allem in der Architektur wieder, denn diese ist fernab jeder Götterdämmerung. Glatt, starr und kühl beschreibt es am besten.
Mit seinen 30,75m gehört er schon zu den größeren Bismarcktürmen. Jedoch sieht man ihm das nicht auf Anhieb an. Man hat bestimmt eine herrliche Aussicht, sicher auch bis zum Flughafen Leipzig/Halle und kann diese genießen. Doch leider waren wir unter der Woche an dem Turm. Da war dieser geschlossen.
Ein Grund mehr noch einmal den Turm zu besuchen.
Der Bismarckturm Lützschena-Stahmeln ist zudem äußerlich sehr gut gepflegt, hat kaum Beschmierungen und auch das Areal herum macht einen guten Eindruck. Man merkt das hier der Verein einiges tut. Das ist sehr lobenswert.
Zudem gibt es Hinweistafeln am Turm, wann dieser geöffnet hat, was die Turmbesteigung kostet und viel Wissenswertes zum Turm selbst. Zudem eine Tafel mit besonderen Veranstaltungen rund um den Turm oder dessen Vereins.
Einzig die Anreise zum Bismarckturm ist etwas abenteuerlich. Die Auffahrt von der Straße zum Turm führt erst über Bahngleise und dann in einen ausgefahrenen und holprigen Feldweg. Persönlich mied ich daher die Auffahrt, da ich Bedenken hatte, aufzusitzen. Mit einem SUV oder Traktor sicher kein Problem.
Ein Besuch des Turmes oder ein Spaziergang dorthin lohnt auf jeden...
Read moreDer Bismarck Turm im Leipziger Stadtteil Lützschena ist unter folgender Anschrift zu finden, ebenso könnt ihr die Daten für euer Navi verwenden: Schräglage 35, 04159 Leipzig. Dieses Denkmal "für "den ehemaligen Reichskanzler ist eines von über 140, die aktuell noch in Deutschland stehen. Eine relativ hohe Anzahl. Der Bismarck Turm in Lützschena- Stahmeln wurde im April 1915 eingeweiht und ist mit ca. 30m gerade mal ein Drittel so hoch, wie das Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Am Bismarck Turm werden regelmäßig Veranstaltungen angeboten, die meisten davon kann man den den Aushängen am Denkmal entnehmen oder im...
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