Die zwischen 1479 und 1504 errichtete Kirche ist eine spätgotische Hallenkirche. 28 Jahre nach der Weihe der Kirche wurde die Reformation eingeführt. Die dreischiffige Hallenkirche ist heute ein nach der Haager Konvention geschütztes Kulturgut.
Mitte des 18. Jahrhunderts wurde sie im Barockstil erneuert, sie bekam die Kanzel und das Orgelprospekt. Dazu kamen weitere Emporen. Die aber später wieder zurückgebaut wurden.
Eine der Besonderheiten dieser wunderschönen Kirche ist der Chorraum, der im Grunde ein heimlicher Zentralbau mit sieben Seiten einzigartig ist. Bemerkenswert auch die unterschiedlichen Ausformungen des Gewölbes der Seitenschiffe.
Neben verschiedenen Epitaphen befindet sich auch eine Gruft der Wittelsbacher im südlichen Seitenschiff der Kirche, abgeteilt durch ein schmiedeeisernes Gitter und nur selten öffentlich zugängig.
Eine weitere Besonderheit stellt die Orgel der Kirche dar. Die zweite Generation der Orgelbauer Familie Stumm, eine der berühmtesten Orgelbau - Familien Deutschlands, die unter anderem auch die Ludwigskirche Saarbrückens errichtete, ersetzte eine vorher vorhandene Schwalbennestorgel zwischen 1764 bis 1768 durch dieses einzigartige Instrument, das als einziges überhaupt auch heute noch über alle originalen Rohrwerke verfügt. Darunter auch die einzig erhaltene Vox Engelica 2' im Bass. Damit gilt sie dann auch als die besterhaltene Stumm-Orgel der zweiten Stumm'schen Generation unter Johann Philipp Stumm und Johanm Heinrich Stumm. In der Literatur wird das Jahr 1767 als Baujahr genannt, im Folgejahr fanden indes noch abschließende Arbeiten an, sodaß im Stumm'schen Werkverzeichnis die Bauzeit bis 1768 eingetragen steht.
Nach einer Umdisponierung im 19, Jahrhndert wurde sie 1968 wieder auf die Stumm'sche Disposition zurückgeführt, die auch nach der Renovierung der Orgel 1994 weitestgehend erhalten blieb. 2017 wurde sie erneut gründlich gereinigt und ausgebildeter Schimmel entfernt.
Die Orgel verfügt über zwei Manuale und ein Pedalwerk. Dieses wurde während der Restaurierung 1994 durch einen Einschub um 20 Tasten erweitert und verfügt daher nun über 27 Tasten. Das Unterpositiv und das Hauptwerk verfügen über eine Stecherkoppel als Schiebekoppel, dazu kommt noch eine Pedalkopplung als Registerzug.
Die Kirche ist üblicherweise offen zugängig und ich kann jedem Besucher Meisenheims einen Abstecher in dieses beeindruckende Bauwerk nur wärmstens...
Read moreEvangelische Schlosskirche, Meisenheim
Die historische Altstadt von Meisenheim im Kreis Bad Kreuznach lädt zu einem Spaziergang auf Kopfsteinpflaster ein und begeistert mit besonders hübschen und gut erhaltenen Fachwerkhäusern. Als ehemalige Amtsstadt eines der ältesten deutschen Hochadelsgeschlechter, der Wittelsbacher, hat Meisenheim eine reiche Geschichte, die sich in vielen denkmalgeschützten Gebäuden widerspiegelt. Doch wirkliche Ruhe und die schönste Gelegenheit, die müden Füße von Schuhen und sonstigem Gedöns zu befreien, bietet der Park vor der Schlosskirche.
Ich mag die Gegenwart dieses Kirchengebäudes und mag es, gerne draußen im Park auf einer Bank zu sitzen, die nackten Füße in die Freiheit zu stellen und meinen Gedanken zu lauschen. Hier stehe oder liege ich auch mal gerne im Wind. Besonders im Sommer spenden die prächtigen Bäume vom Eingangsportal Schatten und all jene Winde, die durch das Glantal ziehen, umströmen den prachtvoll ausgebildeten Turm mit zierlichem, durchbrochenem Turmhelm und ziehen dann auch mal durch den Park und lassen mich ein angenehmes, windiges Leben, ohne es zu zersausen, spüren. Herrlich!
Die imposante Schlosskirche ist auch Herzstück der Altstadt. Die dreischiffige Hallenkirche wurde ab dem Jahr 1479 unmittelbar am Ufer der Glan erbaut und überragt die herrliche Altstadt der ehemaligen Residenzstadt Meisenheim. Ihren Namen hat die Schlosskirche ihrem ursprünglichen Standort direkt neben dem Meisenheimer Schloss zu verdanken, das heute nicht mehr existiert. Stattdessen steht dort das 1614 als Witwensitz erbaute Herzog-Wolfgang-Haus. Am besten erkundet man die Kleinstadt bei einer Führung durch die romantischen Gässchen mit schönen Fachwerkhäusern, die auch zu speziellen Themen, zum Beispiel als Orgel- oder Nachtwächterführung, angeboten werden.
Mit großer Wahrscheinlichkeit gab es auf dem Platz der heutigen Kirche – einem vom Glan umflossenen Plateau – bereits im 10. Jahrhundert eine Pfarrkirche, daneben eine Burg bzw. ein Schlossgebäude der Grafen zu Veldenz (1134–1444) und ihrer Nachfolger, der Herzöge von Pfalz-Zweibrücken (1444–1797). Somit wird klar, dass der Park vor der Schlosskirche ganz viele Geschichten, Erinnerungen, aber auch Narben trägt. Und … ein wundervoller Ruheort für meine Füße, meinen Geist und...
Read moreWieder mal eine weitere Station bayerisch-pfälzisch-welfischer Geschichte besucht. Die Wittelsbacher, die über eine Ehe mit der Welfin Agnes, der Nichte Kaiser Ottos IV., Tochter des Pfalzgrafen Heinrich des Langen die Pfalz und das Herzogtum Bayern erbten, hatten in dieser Kirche für viele Generationen ihre Grablege. Aber auch Kunsthistorisch ist diese Kirche iinteressant, beherbergt sie doch die am besten erhaltene Stumm-Orgel des 18. Jahrhunderts. Besonders interessant war die Kirchenführung, das kleine Orgelkonzert mit der vielfach preisgekrönten Organistin Dr. Elke Völker und die Einführung in die...
Read more