Ich habe zum Geburtstag einen Gutschein fĂŒr den Bahnhof Nord erhalten. Auf Grund der ĂŒberaus positiven Bewertungen haben meine Frau und ich uns mit viel Vorfreude ĂŒber die im Internet veröffentlichte Speisenkarte "hergemacht" um die Wartezeiten im Lokal zu minimieren. Unsere Favoriten waren eine "Ganze filetierte Dorade gebraten" und die noch ausstehende Entscheidung zwischen einem "Wiener Schnitzel vom KalbsrĂŒcken in Butter gebraten mit Preiselbeeren, Zitrone, Bratkartoffeln und Gurkensalat" und einem klassischem Steak. Da wir eine lĂ€ngere Anfahrt hatten gehörten wir auf Grund des geringen Verkehrs zu den ersten GĂ€sten.
Gepflegte AtmosphÀre, schönes Ambiente war unser erster Eindruck. Nachdem wir von der freundlichen Bedienung einen Tisch zugewiesen bekommen und unsere GetrÀnke bestellt hatten, wurden auch die Speisenkarten ausgehÀndigt. Auf den im Internet veröffentlichten Speisenkarten waren keine Hinweise vermerkt, dass "Unsere Klassiker" nicht tÀglich angeboten werden sondern eine Tageskarte aktuell ist. Also keine Dorade. Beim Schnitzel waren die Bratkartoffeln gegen warmen Kartoffelsalat getauscht, so dass ein Entrecote Steak 300 gr in die Auswahl kam.
Nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit wurden dann auch die sehr dekorativ gestaltete Servierung der Hauptgerichte vorgenommen. Propagiert war ein Steak, dass 6 Stunden bei 56 °C gegart hat und zum Abschluss medium gebraten wurde. Damit begann unser Restauranterlebnis das garantiert im GedĂ€chnis bleibt! (so hatte ich es im Internet nachgelesen). Ich bin als Unternehmensberater in den letzten 20 Jahren in ganz Deutschland "unterwegs" gewesen und habe hier sowohl Chef-Kantinen wie auch die spezifischen LokalitĂ€ten von der NordeekĂŒste bis zu den Alpen erkunden können. Die Erwartungshaltung stellte sich in Anlehnung an den bereits oft in den USA verkosteten Steaks ein.
Der erste Anschnitt war bereits ein Problem. Aber ich sah groĂzĂŒgig darĂŒber hinweg, da ich lediglich von einem etwas hĂ€rteren Rand ausgegangen bin. Diese Meinung musste ich aber alsbald korrigieren. Das Steak war so hart, dass es sich mit den gereichten Messern nur schwerlich schneiden lies. Die Nachfrage nach etwa der HĂ€lfte der Steaks durch die freundliche Bedienung beantwortete ich wahrheitsgemÀà mit meinem Empfinden. Nachdem aber bereits die Erst-Servierung exorbitant lange gedauert hatte habe ich auf einen Austausch der Steaks verzichtet. Sicherlich mit unter der PrĂ€misse, wo zwei Steaks zĂ€h sind könnten noch mehr sein. Zumal ich nach der HĂ€lfte des Steaks den Teller weniger von der Pfeffersauce benetzt sah, als vom Blut des lediglich medium rare gereichten Steaks (zur Erinnerung: ich/wir hatten medium bestellt).
NatĂŒrlich hĂ€tte zu einem "gelungenen Restaurantbesuch" bei einem Steak auch ein Steakbesteck gehört. Aber auch wenn es nicht zu den Gepflogenheiten des Restaurants gehört, bei der QualitĂ€t des Fleisches hĂ€tte es lediglich den Unterschied des leichteren Zerteilens gemacht. Das mĂŒhselige Kauen wĂ€re selbstverstĂ€ndlich geblieben.
So haben wir uns letztlich von dem Rest des Steaks verabschiedet und den Restaurantbesuch beendet. Etwas verwundert oder besser angenehm ĂŒberrascht waren wir, als der Service - wohl auf GeheiĂ der an den ReststĂŒcken testenden KĂŒche - einen Nachlass auf die Endrechnung gewĂ€hrte.
Ich will hier aber nicht alles negativ bewerten: die Pommes Frites waren wirklich gut. Der Salat dagegen - nur mit Essig und Ăl bestellt - war wohl nicht im Sinne der "gehobenen" KĂŒche und wurde selbstredend "verfeinert".
Was bleibt ist: "Ein Restauranterlebnis, dass garantiert im...
   Read moreKritisch wird es in einem Restaurant immer dann, wenn man mehr Kalorien verbrennt, als man zu sich nehmen kann.
tl;dr:
Zwar ist das Essen im Bahnhof Nord gut, der Service allerdings derart unterirdisch, dass es fĂŒr mehr als zwei Sterne nicht gereicht hat.
Im Einzelnen:
Als wir das Lokal betreten haben, wurden wir kurz und ohne dass man uns weitere Aufmerksamkeit schenkte, begrĂŒĂt und zu unserem Tisch gefĂŒhrt. Ab diesem Zeitpunkt ward fĂŒr lange Zeit keine Bedienung mehr gesehen. Irgendwann war man dann so gnĂ€dig, die GetrĂ€nkebestellung entgegenzunehmen. Nach einer weiteren halben Stunde schaffte die Bedienung es tatsĂ€chlich, eine Cola, eine Apfelschorle, eine Flasche Wasser und ein Glas Wein zu bringen und zusĂ€tzlich sogar unsere Bestellung aufzunehmen. Einer meiner MitgĂ€ste war zu diesem Zeitpunkt schon leicht angesĂ€uert und fragte, ob es aus KapazitĂ€tsgrĂŒnden Probleme gĂ€be und sich auch das Essen derart hinziehen wĂŒrde. Dies wurde vehement verneint; diesbzgl. sei alles in Ordnung.
Bei der Aufnahme der Bestellung gegen 20:30 Uhr (wir saĂen bereits eine ganze Stunde) eröffnete man uns, dass der Fisch bereits aus sei. Nachdem wir uns umentschieden hatten, verging eine weitere halbe Stunde, bis die Vorspeisen kamen. Ich habe das Beef Tatar gegessen - ohne Diskussion eine 5/5. Es hat einfach grandios geschmeckt. Definitiv eine Empfehlung.
Unmittelbar nach den Vorspeisen stellte die Bedienung mir dann einen Beilagensalat vor die Nase, der eigentlich zum Steak gehörte, das leider erst eine dreiviertel Stunde spÀter kam. Nachfragen in der Zwischenzeit beantwortete man damit, dass das Essen "gleich" kÀme.
Auch die Hauptspeise war handwerklich gut gemacht und schmeckte toll (ein Rumpsteak medium-rare), war allerdings nichts Besonderes. Bitte nicht falsch verstehen - man kann hier gut essen, das "gewisse Etwas" fehlt aber.
Als "Wiedergutmachung" gab es dann ein Dessert auf Kosten des Hauses (wohlgemerkt nicht p.P., sondern insgesamt) - hier hĂ€tte man deutlich professioneller reagieren mĂŒssen.
Dem Restaurant tĂ€te es gut, wenn es einen richtigen "Serviceleiter" gĂ€be, der das Personal an den Tischen koordiniert. So wirkte das Ganze eher wie ein aufgescheuchter HĂŒhnerhaufen, der nicht weiĂ, wo oben und unten ist.
Die Location und das Ambiente hingegen ist schön. Das Lokal ist sehr schick eingerichtet.
Fazit:
Sehr hochwertiges, leider etwas langweiliges Essen. Mit "normalem" Service wÀren es dennoch 4-5 Sterne geworden. Dieser war aber derart unterirdisch, dass ich hier nicht mehr als zwei Sterne vergeben kann....
   Read moreBahnhof Nord hat nach Corona sein GeschĂ€ftsmodell umgestellt. A la Carte kann man dort nichts mehr bestellen. Es gibt eine MenĂŒkarte mit drei GĂ€ngen an drei Abenden in der Woche. Die eigentliche Auswahl beschrĂ€nkt sich jedoch im Wesentlichen auf den Hauptgang. Die Speisen werden mit LĂ€ndernamen konnotiert. Wir waren gestern mit Freunden zum ersten Mal seit der Umstellung dort. Vor Corona war das anders. Wir wohnen in fuĂlĂ€ufiger Distanz und sind dort auch gerne mal spontan hingegangen. Das ist heute undenkbar und in keinem Fall empfehlenswert. Eine Reservierung per Telefon oder Web ist ein Muss. Nach einer âTrilogieâ von DĂ€nemark, Norwegen und Irland hatte ich mich fĂŒr Italien als Haupt- und Belgien als Dessertgang entschieden. Das kann man aber so nicht bestellen, da das Personal die Namensgebung nicht so verinnerlicht hat, dass alle sich alles gemerkt haben. Das ist aber natĂŒrlich nicht entscheidend. Das Personal ist sehr zuvorkommend, freundlich und kommunikativ. Der âMaster of Ceremonyâ empfiehlt gute Weine und lĂ€sst die auch jeden durchtesten bevor man eine Flasche Wein bestellt. Das Essen kam in angenehmen AbstĂ€nden und gut organisiert. Die Portionen orientieren sich in Darbietung und Umfang an der âSterneâ KĂŒche. Das mag mit der Pressmittelung verbunden sein, dass hier auch ein Koch aus dem Goldenen Anker mittlerweile zum Team gehört. Insgesamt war alles auf den Punkt zubereitet und auch serviert worden. Alle bekommen von mehreren Personen gleichzeitig alle GĂ€nge geliefert. Niemand wartet auf sein Essen. Die anderen mĂŒssen nicht auf diese Person warten, alle erhalten optimale Speisen. Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. Der Vortrag der Speisen beschrĂ€nkt sich im Wesentlichen auf die Darstellung von Sterne-KĂŒche. Die QualitĂ€t ist gut, aber nicht herausragend. Der Preis pro MenĂŒ orientiert sich ebenfalls an dieser Liga. Hier kommt der Schatten. Mit ca. 100,-âŹ/Person mit Wein und Expresso, etc. ist dieses kulinarische VergnĂŒgen als leicht ĂŒberteuert anzusehen. GefĂŒhlt liegt das bei ca. 20-25% ĂŒber dem tatsĂ€chlichen Erlebnis. Alles in allem wird das wieder etwas durch den Ort des alten Bahnhofs mitigiert, der immer noch ein sehr schöner Ort ist. Fazit: Kann man machen, ist fĂŒr eine echte Empfehlung an Freunde aber leider...
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