Mitte Juli. Die 48er haben aus einem Einkaufswagerl einen offenen Bücherschrank gebaut. Man gibt seine Bücher, die man nimmer liest, rein, und man nimmt mit, was man lesen möchte. Voriges Jahr hat das mit diesem Bücherschrank noch funktioniert. Heuer ist er traurig leer, obwohl angeblich hunderte Bücher irgendwo im Bad herumliegen. Schade, dass sich niemand kümmert. Vielleicht kümmert sich auch um die Blumen niemand mehr, wenn der Bademeister Erich in Pension ist. Eine hochmotivierte Mannschaft. Warum wohl? Der Fisch beginnt ja immer am Kopf zu stinken.
Noch ein Nachtrag, Ende Juni. Es gibt hier einen kleinen Mann, der ganz stolz ist, das lauteste Pfeiferl zu haben. Warum wohl? Auf jeden Fall nutzt er es schon fast exzessiv, und er macht damit zunichte, woran eine Generation Bademeister gearbeitet hat: Ein - auch wenn es überfüllt ist - ruhiges und entspanntes Bad. Die Unruhe macht Aggression und Unfälle. - Wie es aussieht, ist der Ersatz für die Leute, die in Pension gegangen sind, alles andere als professionell. Bald geht es wieder zu wie vor 15 Jahren, fürchte ich. Schad. Hat jemand etwas von der broken-windows-theorie gehört? Kleine Anfänge ziehen gravierende Folge nach sich. Ohne jetzt kalauermäßig witzig sein zu wollen: Dieser Mann ist offenbar so ein kleiner Anfang.
Nachtrag: Die neue Führung wirft ihre Schatten voraus. Sie haben die Thujenhecke am Kleinkinderbecken ausgerissen. Kein Schatten mehr für die Kinder und ihre Betreuer. Und freie Sicht für alle Babyspechtler (und die gibt es auch im Höpflerbad, man muss nur beobachten) von allen Seiten. Man kann es den Eltern nicht oft genug sagen: keine nackten Babys und Kleinkinder. Fotografiert ist da gleich. Und ins Netz gestellt auch. Dem hat man jetzt Tür und Tor geöffnet: Die Bassinaufseher haben ihre Aufmerksamkeit zum Becken hin. Bis zur Sandkiste hinten können sie nicht alles beobachten. Dafür zwei Sterne weniger.
Ein altes Bad (1979), bei dem sich die Renovierungsarbeiten in den Grenzen des unbedingt Notwendigen hielten. Aber sauber, mit Charme und - Dank dem Chef, Herrn Braunias - mit einer Mannschaft mit viel Herz, Kundenorientierung und Liebe zu diesem Bad im ehemaligen Steinbruch (Atzgersdorfer Sandstein) und mit einem kleinen Stück Urwald herum. Fuchs und Dachs, Ringeltauben und Segelfalter inklusive.
Jetzt geht wieder ein Schwung der alten Mannschaft in Pension, ganz wenige sind noch übrig. Und es wird ein Hallenbad dazugebaut. So schön wird es nicht mehr, wenn die Patina einmal sauber weggeputzt ist, das Bad hat ja gepasst wie ein gut eingetragener Schuh. Eine neue Führung kommt, ein Besen, der angeblich heftig kehren will. Und im Hallenbad gibt es dann Futterautomaten statt eines Buffets. Modern Times halt.
Schau ma, wie das dann wird. Ich halte die Daumen dafür, dass nichts so heiß gegessen wird wie gekocht und dass nach der Bautätigkeit wieder die alte Gemütlichkeit einkehrt. Und ein Hallenbad vor der Nase, das hat auch...
Read more"Dass wir heute in Atzgersdorf ein wunderbares Freibad haben, verdanken wir dem Realitäten-, Steinbruch- und späteren Badeanstaltsbesitzer Kaspar Höpfler, der von 1821 bis 1906 lebte." Um 1843 kam er nach Atzgersdorf, wo er auch eine Familie gründete. In den folgenden Jahren erwarb er viele Grundstücke – auf einem davon entstand im Jahr 1900 das "Höpflerbad". "Zu Beginn gab es dort zwei Teiche, wovon einer für Bootsfahrten im Sommer und zum Eislaufen im Winter diente", weiß Tanczer. " In einer Zeitung von 1933 wird das Höpflerbad so beschrieben: ,Badebassin 50 Meter, Liegewiesen, Kahnfahrt, Kegelbahn, Pingpong, Tanzdiele, Radiogroßanlage. An Wochentagen unbeschränkte Badezeit. Atzgersdorf Südbahnhof.’"
Das "Höpfler’sche Voll- und Schwimmbad" (wie es ab 1912 genannt wurde) bot damals auch Schwimm- und Sommernachtsfeste samt Feuerwerk, was bei der Bevölkerung großen Anklang fand. "Ein Zeitzeuge erzählte mir, dass es auf dem Gelände während des Krieges Luftschutzstollen gab, die auch viel später noch zu erkennen waren." In den 1960er-Jahren gab es auch einen Campingplatz auf dem Areal, der zahlreiche Gäste von auswärts anlockte.
Das zweite Leben des Bades
Seit 1969 ist das Bad im Eigentum der Stadt Wien. "Leider wurde das Höpflerbad dann schnell wegen Baufälligkeit geschlossen. Die MA 44 entschied sich aber Ende der 1970er-Jahre, es wieder komplett neu aufzubauen", erzählt Tanczer von ihren Nachforschungen. Seit der Wiedereröffnung am 28. April 1979 freuen sich die Badegäste auch über ein Sport- sowie ein Kleinkinderbecken.
Beachvolleyball und Trampolin
"Das Angebot der Freizeitaktivitäten wächst stetig. Heute gibt es etwa einen Beachvolleyballplatz und ein Trampolin. Ich glaube, Kaspar Höpfler wäre sehr stolz, wenn er sehen könnte, wie viele Menschen sich nach so langer Zeit noch immer an ‚seinem’ Bad erfreuen", sagt Tanczer, die aktuell an einem Buch zum "Baden im alten Liesing" arbeitet. "Bei den Recherchen unterstützt mich nicht nur das Liesinger Bezirksmuseum, sondern auch das Stadt- und Landesarchiv, die Maurer Heimatrunde und ganz besonders die Nachkommen von...
Read moreVery nice place to swim for the whole family. Different depths in the various pools to accommodate all ages. Many games for the kids and to old for fitness, entertainment is offered and restoration services are present. Very green, with huge gardens and trees to offer some shade. Staff is very kind and helpful. Language is not a big barrier. Too much crowded in...
Read more