Nehmt Euch Zeit mit, wenn voll ist, wird man 20 Minuten schon Mal nicht bedient. Die Freundlichkeit bleibt leider auch auf der Strecke wenn das Personal nur von A nach B hechtet. Ich bin jedenfalls selten unfreundlicher gefragt worden, was wir bestellen möchten (wie gesagt, nach 20 Minuten...) - das meine Kinder erst Ihr Essen aufgeben wollten, kam ebenfalls nicht gut an, hier wurden beide gleich abgewatscht "erst zu Trinken, alle 4, danach die Vorspeise, danach der Hauptgang". Ich lasse mich ja ungerne belehren, komme selber aus der Gastro, als Servicekraft sollte man da schon etwas flexibler mit umgehen - erst Recht wenn es um Kinder geht. Auf der Terrasse konnte ich in Ruhe zusehen, seine Art war wirklich jedem Kunden gegenüber abweisend und Null-Bock mäßig, so als hätte er seinen letzten Tag und wolle seinem Chef noch einmal eine reinwirken. Bei mir fiel der Servicekraft dann auch noch ein Messer von der Vorspeise direkt auf mich. T-Shirt eingesaut, ausser ein "Ooooh" und 15 Sekunden später "Sorry" kam da nichts. Ich hatte die teure Ankerplatte bestellt, die kam komplett ohne Sauce, wer macht das so trocken auf die Karte? Die nachbestellte Remouladensauce, wurde mit 2 Euro in Rechnung gestellt. Kein "die Sauce geht als Entschuldigung aufs Haus" oder ein "Espresso"... der Fauxpas war für den Kellner mit seinem "Ooooh, sorry" erledigt. Ich habe mir selber eine Serviette geholt und mein T-Shirt gereinigt. Als dann der Hauptgang kam, mußte ich darauf hinweisen, dass 2x Servietten und 1x Besteck fehlt. Besteck und Serviette weil mein Sohn vorher Vorspeise hatte und die zweite Serviette weil ich mich reinigen musste. Die Servicekraft darauf angesprochen mault dieser "1x Serviette verstehe ich, aber warum fehlt der Rest?" als wolle er uns auch noch Diebstahl unterstellen. Die Bratkartoffeln kamen apart, als diese abgestellt wurden, wagte ich zu fragen, für wem die sind, auch darauf habe ich keine normale Antwort erhalten, sondern ein "was denken sie denn was sie bestellt haben - was ist denn alles bei ihnen dabei gewesen?". Ich habe dann freundlich daraufhingeweisen, dass ich nicht wissen kann ob noch ein zweites Mal Bratkartoffeln kommt, oder ob die Schüssel für zwei Gerichte gedacht ist. Die Toiletten waren bis auf Spinnenweben in den Ecken sauber. Im Restaurant habe ich dann 6 Servicekräfte zahlen dürfen, teilweise sogar gelangweilte, während draussen eigentlich nur einer "Service" tätigte und nur ab und an Mal ein zweiter beim Essen servieren helfend auftauchte. Ich war jedenfalls mega unglücklich, dass Essen war ok, aber mehr auch nicht. Warum bei einer riesigen Fischplatte und Bratkartoffeln keine Butter oder Sauce dazu gereicht wird ist mit immer noch nicht klar. Der Service (wenn man den überhaupt so nennen kann) war unterirdisch, fast schon Rufschädigung für das Lokal. Für mich kein zweiter Besuch.
Zum Goldenen Anker – wir müssen reden.
Der Goldene Anker ist kein modernes Szenelokal, kein Ort mit Betonoptik und Trendkarte. Er ist das, was er immer war – urig, verwurzelt, echt. Ein Traditionshaus, das nicht gefallen will, sondern Haltung hat. Wir waren inzwischen viermal dort – 2021, 2022, zweimal 2023 – und zuletzt im Mai 2024. Zwei Besuche mit allen sechs Kindern, zwei in kleiner Runde. Genug, um sagen zu können: Ich kenne den Anker – und ich schätze ihn.
Das Ambiente ist, wie man hier so schön sagt, urig. Holz, Geschichte, der Duft nach Küche und Meer – kein Deko-Konzept, sondern gelebte Tradition. Manche nennen es altbacken, für mich ist es genau richtig. Hier spürt man, dass Zeit nicht alles verändern muss, um gut zu bleiben.
Der Service war bei jedem Besuch freundlich, aufmerksam und herzlich. Wir wurden stets zuvorkommend bedient, auch dann, wenn mal etwas schiefging. Ein falsch serviertes Gericht wurde ohne Diskussion ersetzt – professionell, kulant und mit einem Lächeln. So geht Gastronomie, die ihre Gäste ernst nimmt.
Auch Familien sind hier willkommen – wirklich willkommen, nicht nur geduldet. Eine Kinderkarte, die mehr als drei Gerichte bietet, bunt gestaltet, zum Ausmalen, mit Stiften am Tisch – das sind diese kleinen Gesten, die zeigen, dass Kinder hier dazugehören.
Und das Essen? Deftig, ehrlich, handgemacht. Fisch frisch, Bratkartoffeln perfekt, Soßen und Remoulade hausgemacht. Kein Pulver, kein Fertigprodukt. Es schmeckt nach Können, nach Erfahrung, nach Küche mit Seele. Nur einmal gab’s einen kleinen Ausreißer – die „Gackerliese“, Pommes top, Nuggets flop. Da wünsche ich mir in Zukunft etwas mehr Anspruch, etwas weniger Tiefkühlware.
Was mich aber beim letzten Besuch im Mai 2024 überrascht hat, war ein leichter Knick. Nicht dramatisch, aber spürbar. Weniger Esprit, weniger Glanz, weniger Begeisterung auf dem Teller. Alles gut, nur nicht mehr „besonders“. Ich hoffe, das war eine Phase – und dass der Anker bald wieder das liefert, was ihn so stark gemacht hat: ehrliche Küche mit Leidenschaft.
Vier von fünf Sternen – weil hier alles stimmt, aber der Funke wieder überspringen darf. Herzlichst, Euer Byron Ison.
Wir hatten zu zweit die Fischsuppe mediterrane Art, die Herzhafte Knoblauchsuppe mit gegrilltem Garnelenspieß, den Salat aus Omas Garten, die Ankerplatte für eine Person und den Hafenteller (fangfrisches Dorschfilet und 2 Ostseeheringe).
Die Suppen waren hervorragend. Der Salat war knackig und frisch, eine gelungene Komposition aus Salaten und Paprika mit sehr schmackhaftem Dressing.
Der Fisch schmeckte frisch und war genau auf den Punkt gebraten - außen knusprig und innen saftig. Er war schmackhaft gewürzt aber so dezent, dass dass man bei jeder Sorte Fisch den charakteristischen eigenen Geschmack schmecken konnte.
Zum Fisch gab es eine große Schüssel Bratkartoffeln. Die Kartoffeln waren nicht in Scheiben geschnitten sondern in Stücken. Das ergibt mehr angebratene Außenseiten. Sie schmeckten auch sehr lecker.
Der Hafenteller war eine sehr gute Portion und die Ankerplatte eine regelrechte sportliche Herausforderung für Gouramands. Das Restaurant ist bekannt für seine sehr reichlichen Portionen.
Die Bedienung war sehr freundlich. Es ist wirklich hervorzuheben, wie flink und sicher die große Anzahl der Gäste hier bedient wird.
Es gibt einen großen Stapel Kinderbücher und Spielzeug für die Kleinen.
Das Ambiente ist an historische Seemannskneipen angelehnt. Zwei schöne Gallionsfiguren, Schiffslaternen, ein Steuerrad, ein maritimer Maschinentelegraph, Schiffsmodelle und historische Fotos von der Seefahrt dekorieren die Räume. Das Restaurant liegt direkt am Hafen und hat eine große Terrasse mit Blick aufs Meer.
Für Väter mit Babies gibt es eine Wickelkommode in der Herrentoilette.
Insgesamt ist das Restaurant Zum goldenen Anker eine klare Empfehlung. Es empfiehlt sich sehr, telefonisch vorzubestellen und großen Hunger mitzubringen.