Durchwachsener Abend mit tollem Service, aber Luft nach oben bei KĂŒche und Ambiente
Wir waren zu viert im Schwitzerâs PUR essen und haben im Schnitt etwas ĂŒber 100âŻEuro pro Person gezahlt. Leider war es ein eher gemischtes Erlebnis.
Positiv hervorheben möchte ich den Service. Das gesamte Team war ausgesprochen aufmerksam, freundlich und engagiert. Besonders löblich: Bereits zu Beginn wurde eine GlutenunvertrÀglichkeit in unserer Runde abgefragt. Das ist nicht selbstverstÀndlich und verdient Anerkennung.
Kulinarisch war der Abend allerdings wechselhaft. â Mein erster Gang, der âgegrillteâ Pulpo, enttĂ€uschte leider. Der Oktopus war eher gekocht als gegrillt, in der Textur weich und geschmacklich blass. Die begleitende Sauce hingegen war hervorragend â sie konnte den Gang aber leider nicht retten. â Das Rinderfilet im Hauptgang war dann ein echtes Highlight: perfekt gegart, saftig, aromatisch â so stellt man sich das vor. â Als Dessert hatte ich den fermentierten Pfeffer mit GĂ€nselebereis. FĂŒr jemanden wie mich, der es nicht allzu sĂŒĂ mag, war das eine spannende, mutige und gelungene Wahl â auch wenn es ursprĂŒnglich wohl als Zwischengang gedacht war.
Was mir persönlich nicht gefallen hat, war das Ambiente. Der Raum wirkt auf mich ĂŒberladen und etwas kitschig â das ist natĂŒrlich Geschmackssache. Weniger subjektiv war hingegen der hohe GerĂ€uschpegel im Restaurant. Es war auffĂ€llig laut, was möglicherweise auch an der gewĂ€hlten Deckenverkleidung liegt. Wir saĂen zudem am letzten Tisch vor der Bar, was leider bedeutete, dass wir wĂ€hrend des Essens dauerhaft die internen GesprĂ€che der Mitarbeitenden mitverfolgten â inklusive Klappern der Kaffeemaschine, die gegen Ende des Abends auf Hochtouren lief. SpĂ€ter wurde vor unseren Augen bereits das FrĂŒhstĂŒcksbuffet fĂŒr den nĂ€chsten Tag vorbereitet, was wenig zur Abendstimmung beigetragen hat.
Kritisch fand ich auch die PrĂ€sentation des âGrusses aus der KĂŒcheâ â oder besser gesagt: vom Buffet. An sich ist die Auswahl an Brot, Oliven, Buttersorten und Kresse sehr hochwertig. Aber sich dafĂŒr selbst anzustellen â in einem Restaurant dieser Preisklasse â wirkt fehl am Platz. FĂŒr mich hat das eher den Charme eines Hotelbuffets als den einer gehobenen KĂŒche. Und um die letzten Oliven mit anderen GĂ€sten zu konkurrieren, muss ich nicht ins PUR gehen.
Ein letzter Kritikpunkt: Ein Dessert aus der Karte enthielt â ohne dass es gekennzeichnet war â zusĂ€tzlich ein GebĂ€ckelement. FĂŒr Personen mit UnvertrĂ€glichkeiten kann das schnell problematisch werden. Das Team hat die UnvertrĂ€glichkeit zwar zu Beginn abgefragt aber dann spĂ€ter leider nicht souverĂ€n berĂŒcksichtigt. Hier wĂ€re eine klarere Deklaration wĂŒnschenswert.
Fazit: Ein Restaurant mit Ambition, einem fantastischen Service und einzelnen kulinarischen Highlights â aber auch mit deutlichem Verbesserungspotenzial bei Details und AtmosphĂ€re. FĂŒr den aufgerufenen Preis sollte der Gesamteindruck...
   Read moreWir waren heute zum Essen im Schwitzers PUR â mit der Erwartung eines gehobenen kulinarischen Erlebnisses. Leider konnte der Abend diese Erwartung nicht ganz erfĂŒllen.
Positiv hervorzuheben ist der Service, der durchweg aufmerksam, freundlich und professionell war â ein echtes Highlight des Abends. Auch das Tatar zur Vorspeise war hervorragend abgeschmeckt und liebevoll angerichtet.
Weniger ĂŒberzeugend war der Hauptgang. Ich hatte die Tortellini mit Pfifferlingen â geschmacklich gut, die SoĂe aromatisch und mit reichlich Pilzen versehen. Doch die Portion war selbst fĂŒr meine VerhĂ€ltnisse deutlich zu klein. Zwei, drei zusĂ€tzliche Nudeln hĂ€tten den Wareneinsatz kaum erhöht, das SĂ€ttigungsgefĂŒhl aber deutlich verbessert.
Das Dessert war ebenfalls gelungen, aber winzig â eher ein feiner Hauch als ein Abschlussgang. Auch das Ambiente wirkte auf mich nicht ganz stimmig: Zwar modern gedacht, aber in der Umsetzung erinnerte manches eher an den Stil der spĂ€ten 90er. Der GerĂ€uschpegel war an der Bar ziemlich hoch â besonders durch Kaffeemaschine und Cocktailshaker.
Ein kleiner Wermutstropfen war auch der GruĂ aus der KĂŒche: Diesen musste man sich selbst an einem kleinen Buffet abholen. Das mag kreativ gedacht sein, wirkte aber ungewöhnlich und etwas unpraktisch â vor allem, wenn man unsicher ist, wie man die kleinen SchĂ€lchen sicher balancieren soll.
Fazit: Schwitzers PUR hat zweifellos Potenzial â und die KĂŒche versteht ihr Handwerk. Doch fĂŒr das angestrebte Niveau fehlte mir in Summe die stimmige...
   Read moreNachdem wir bereits vor einiger Zeit und noch vor dem Umbau zu Gast waren, hat uns unser letzter Besuch ziemlich enttÀuscht.
Tischdecken gibt es nicht mehr und die Einrichtung ist hellhöriger als frĂŒher. Das Brot "darf" man sich jetzt selbst holen - zusammen mit anderen GĂ€sten, auch wenn diese Begriffe wie Körperdistanz nicht kennen und offensichtlich mit einer Serviette beim Brotschneiden nicht umgehen können. GröĂere KrĂŒmel von der guten und knusprig frischen Brot-Vorspeise bleiben dann serviceseitig unbeachtet vom ersten bis zum letzten Gang um den Teller liegen.
Dieses Desinteresse zog sich dann kontinuierlich durch. GetrÀnke mussten wir uns selbst nachschenken, nachdem zeitweise kein Service auszumachen und kein Blickkontakt herzustellen war. Warum muss man als Gast hier mehrmals und minutenlang suchen?
Eventuelle HintergrĂŒnde zu Wein und Winzer der Weinbegleitung erfĂ€hrt man nur durch Lauschen am Nachbartisch, wenn dort die Servicekraft den Gast nĂ€her kennt (oder mag). Auf einen GruĂ aus der KĂŒche zu Beginn oder ein paar Pralinen auf der Etagere am Ende warteten wir vergeblich.
Sehr schade, und abschlieĂend betrachtet fĂŒr immerhin mehr als 100 EUR pro Person - abgesehen vom MenĂŒ selbst - eine deutliche Verschlechterung in Relation zur EinschĂ€tzung und Erwartungshaltung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass all diese Punkte im Gourmet-Teil besser sind, nur weil man dort gegen nochmals krĂ€ftigen Aufpreis den Köchen beim Arbeiten...
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