Eine Hinweistafel an der Autobahn weist auf die KAF (offizielles Akronym) in dieser alles andere als Kaff zu bezeichnenden Stadt hin. Wir kennen große interaktive Museen wie das NEMO in Amsterdam, das Klimahaus Bremerhaven oder Universum in Bremen (allesamt mit Hinweistafeln beworben) und haben deshalb Großes erwartet. Tja...bereits bei Ankunft sieht es aus wie eine umgestaltete Industriehalle; nicht wie ein Museum oder gar Hochschulgebäude. Eigene Parkplätze hat die KAF nicht, man muss - wenn man denn eine Lücke findet - an der stark befahrenen Straße parken; immerhin kostenlos. Der Museumsteil ist separat vom Begehbaren-Herz-Teil zu bezahlen. Weil Schulklassen für das Herz Termine hatten, hätten wir über eine Stunde warten müssen, das hatten wir zunächst zurückgestellt. Letztenendes waren wir nicht einmal eine Stunde im Museumsteil. Unsere Kinder sind 6 und 2. Wir wohnen in der Nähe des Potts Park (NRW), in dem es das sog. Terra Phänomenalis gibt. Dort hat man im Vergleich zur KAF auf einer wesentlich größeren Fläche ein Vielfaches an Experimenten zu Magnetismus, Spiegelbildern, Sinnestäuschungen, Akustik, Dynamik, Statik; wie gesagt, unsere Erwartungen waren hoch. In der KAF gibt es hauptsächlich grobschlächtige - mögen sie auch von einem in einschlägigen Kreisen populären Designer gebaut sein -Murmelbahnen, wobei die Murmi-Land-Ausstellung (regional wandernd) mehr und erheblich aufwendigere Bahnen hat, Puzzle verschiedener Art. Zwei Parabol-Schüsseln, eine Camera Obscura, eine Hand voll optische Täuschungen, ein großer Globus, eine Kabine, in der man Herztöne von 5 Tieren hören kann, mögen aus Sicht der Kuratoren die wissenschaftlichen Fachgebiete diversifizieren, aber summa summarum heißt es dann: Zack, Ende. Überall rollen Holzkugeln herum, es ist laut. Kein Wunder, dass die Homepage kaum Bilder zeigt. Die Bilder der Rezensenten zeigen so gut wie alles Übrige. Eine Akademie bedeutet für uns mehr als eine Ausstellung mit abgegriffenen Holz-Exponaten. Wo ist die Verknüpfung mit alltäglichen Erfahrungen? Wo ist das Begreifen der Umwelt? Wo ist die Wissensvermittlung? Kugeln rollen, Spiegel spiegeln, Puzzle sind knifflig, wenn man die Lösung nicht kennt - Boah! Wahnsinn! Habe ich nicht gewusst, aber meine 2-jährige Tochter schon. Wie kann man hier 3-5 Std. beschäftigt sein, wie so mancher Rezensent!? Das Schokoladen-Museum in Köln vermittelt anschaulicher mehr Verständnis und Hintergrundwissen über eine einzige Bohne. Ist nicht der Anspruch, Lust auf die Wissenschaft zu wecken? Von der Führung durch das Herz riet man uns am Eingang schon seitens der KAF ab (!), weil der 45-minütige Audioguide durch einen geschlossenen Raum die Aufmerksamkeit der Kinder überstrapaziere. Danke für nichts. Als unsere 6-Jährige nach 45 Min. sagte, sie habe alles durch und selbst 78 Mal am Schwanz des Esels ziehen langweilig wurden, wir den Lärm nicht mehr aushielten und die gelangweilten Schüler anfingen, Legosteine zu werfen, gingen wir. Das Herz-Modell mag überregionale Bekanntheit hervorrufen, der Rest der Ausstellung jedenfalls nicht. Immerhin finde ich 12 EUR für das Museum für die ganze Familie...
Read moreDas Museum selbst ist etwas in die Jahre gekommen, aber durchaus liebevoll und nett eingerichtet und macht den Kindern Spaß. Die aktuelle Sonderausstellung zu den "Bumbos" hat sich uns nicht wirklich erschlossen - hier wird ein ganzer Raum einem Fantasiewesen und dazu erstellter Kunst gewidmet.
Die große Enttäuschung war allerdings für uns das begehbare Herz. Hierzu habe ich vor einer Woche ein bisher unbeantwortetes Feedback direkt an die Kinder-Akademie gesendet, welches ich hier gerne wiederholen möchte:
Die Führung begann mit der Frage, wie groß denn das "Pümpchen" sei. Hier erntete ich die erste Frage meines Sohnes, was denn ein Pümpchen sein soll. Anschließend wurde sehr kompakt der Blutkreislauf beschrieben. Für meine Kinder im Grundschulalter, denen der Unterschied zwischen Venen und Aterien nicht geläufig ist (warum sollte er es in dem Alter auch sein?), die noch nie ein Bild mit roten und blauen Adern gesehen haben, war zu diesem Zeitpunkt bereits das Ende des Verständnisses erreicht. Den Rest des Vortrags haben sie über sich ergehen lassen. Ältere Kinder einer anderen Familie bekamen direkt Fragen gestellt. Darauf, dass diese die Antwort nicht wussten, erfolgte die folgende Reaktion: "Aber du gehst doch schon zur Schule? Welche Schule ist das denn? Ich bin enttäuscht!". Gefühlt zwei Drittel des Vortrags beschäftigten sich dann mit Herzerkrankungen, Sterben und richtigem Verhalten im Notfall. Jedoch blieb bei mir durchgehend der Eindruck einer Moralpredigt, nicht jedoch der Vermittlung von Wissen übrig. Hierbei wurden konsequent Konzepte und Bezeichnungen verwendet, die selbst Erwachsenen nicht immer geläufig sein dürften - an den Rückfragen einer erwachsenen Teilnehmerin war dann auch klar erkennbar, dass auch sie dem Vortrag nicht folgen konnte und ihr z.B. die Bedeutung der Herzkranzgefäße und des Sinus-Knotens nicht geläufig war. Keines der Kinder, welches ich während des Vortrags beobachtet habe, schien länger als 5 Minuten bei der Sache zu sein.
So viel zu dem, was wir erlebt haben. Was hätte ich mir gewünscht? Dass meine Kinder in einer Einrichtung mit dem Namen "KINDER-Akademie" altersgerecht und pädagogisch durchdacht abgeholt werden. Dass sie die Chance erhalten, sich mit der Funktionsweise des Herzens und damit unseres ganzen Blutkreislaufs spielerisch auseinander zu setzen. Dass die grundlegenden Konzepte auf eine Art erklärt werden, die sie verstehen können. Dass sie dann den Weg durch das Herz nutzen können, um das erzählte erlebbar zu machen, sich sozusagen als rote Blutkörperchen zu fühlen. Und dass sie mir nicht im Nachgang nicht die Frage stellen, ob denn jeder Mensch an einem Herzinfarkt stirbt.
Kurzum: Auch drei Tage später bin ich noch fassungslos über die fehlende pädagogische Qualität des Vortrags (und ich rede bewusst nicht von Führung). Ich bin enttäuscht darüber, dass nach meinem Eindruck das gigantische pädagogische Potential des begehbaren Herzens total verspielt wurde. Ich ärgere mich darüber, für diese Veranstaltung eine Stunde Anfahrt in Kauf...
Read moreKinder-Akademie Fulda charges 8 euros per person, meaning a visit for one child and one adult costs 16 euros. Of course, age doesn't matter here, unlike almost anywhere else where the price depends on how old the child is. But not at this "academy"! You get the privilege of paying full price no matter your child's age.
The space is small, with limited and poorly maintained toys and play areas. The capacity is 15-25 children, so others must wait their turn if the toys or play areas are occupied. The place could more accurately be called a “Mini Playground” rather than an “Academy.” 'Cause meanwhile - another nearby play center offers 4500 sqm of play space, with prices ranging from 6 to 10.50 euros for children and a constant 6 euros for adults. Plus, kids under 1 are free! There’s also food, drinks, and a Happy Hour with half-price admission in the last 1.5 hours. So, really... "Akademie"? Parking lot... a...
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