Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel
Oh, Gott! Das war schlecht. ZunĂ€chst hieĂ es, willkommen in der Polarhölle! Die Besucher durften sich wie John Franklin auf seiner verschollenen Arktisexpedition fĂŒhlen und die eisige KĂ€lte der Kirche genieĂen. WĂ€hrend den erstarrten Besuchern die Gesichter einfroren, wurden sie am Hintern geröstet. Um der LeichenhallenkĂ€lte etwas entgegen zu setzen, hatte man beheizte Sitzkissen auf die höchste Stufe gestellt. Putin war also immer dabei
Aber dann begann erst das Elend und der schwarz bekittelte Pastorimitator begann sein kömidiantisches Talent auszuspielen um einen lockeren Einstieg zu finden. Allein, das Talent war ihm von Gott nicht allzusehr in die Wiege gelegt und so blieb einem nur bis zum Krippenspiel durchzuhalten und fröhliche Miene zum peinlichen Spiel zu machen. Es ist nicht ganz sicher, möglicherweise hatten tatsĂ€chlich einige Mitgefangene gelĂ€chelt. Ob nun aus Erheiterung oder Mitleid ist nicht mehr feststellbar. Viel intensiver waren auch die sehr lauten Kleinkinder zu hören, die von ihren stolzen Eltern zu lautstarken MeinungsĂ€uĂerungen animiert wurden. Zumindest boten die mehr intellektuelle Anregung als das Gerede des hilflosen Ritualmeisters.
Das Krippenspiel war immerhin nicht grauenhaft gesungen und die Kinder waren ja alle ĂŒberaus engagiert. Sie sangen und spielten wie man es heutzutage wohl erwarten kann. Weil Welpenschutz auch heute noch zĂ€hlt, sei hier der wohlige Mantel des Schweigens ausgebreitet. Es waren die Erwachsenen, die es vermurkst hatten und zwar krachend! Wie ein enthusiastischer Einheizer bei der Aufzeichnung einer Krawalltalkshow stimmte der hiesige Kirchenmusikus das blaukalte Publikum auf das kommende Kulturevent ein und lieĂ sie zwei Zeilen seines selbst gebastelten Smashhit der Krippenspielhitparade einstudieren. Dabei blieb die Melodie erfreulich schlicht, noch schlichter der Text. Schlager halt, nur auf Jesus. So tobte sich das ĂŒberschaubare Kompositionstalent des freundlichen FremdschĂ€mdirigenten mit angenehmer Stimme wĂ€hrend des gesamten Krippenspiels aus und ĂŒberforderte garantiert kein noch so kleines Darstellerkind. Und obgleich die Geschichte um Christi Geburt seit einigen Jahrhunderten bekannt ist, gelang es dem stets engagierten Drehbuchautoren auch diese Geschichte auf einen jĂ€mmerlichen Rest abzubauen und sowohl jegliches Niveau, als auch Botschaft und Stimmung auf das Allernötigste zu reduzieren. Wer Weihnachten wollte oder gar die groĂartige Botschaft dahinter, konnte sich derweil den Weihnachstbaum mit der Krippe anschauen.
Unterbrochen wurde der neuzeitliche Ausdruckstanz vom gemeinsamen Singen altbekannter Weihnachtslieder. Damit dem anwesenden Kirchensteuerzahlern hier keine Weihnachtsstimmung aufkommen konnte, wurden diese Lieder in doppelter Geschwindigkeit abgeorgelt, so dass einige Ă€ltere Besucher aus RĂŒcksicht auf ihre geistige Gesundheit (bewundernswertes Management der eigenen Ressourcen) ihre HörgerĂ€te abschalteten. Man sah ihnen die Erleichterung an und es darf vermutet werden, dass diese Gottesgeschenke bis zum Ende der VorfĂŒhrung ausgeschaltet blieben. Allen anderen blieb nur sich harte Technobeats zum Orgelspeedtest hinzuzudenken um sich selbst einen Rest Rhythmik zu erhalten. Gott sei Dank wurde das Orgelspiel hin und wieder von einigen belanglosen SĂ€tzen des fröhlichen Bibelkenners unterbrochen. Der Inhalt seiner gequasselten Einlagen drehte sich irgendwie um die Schlagworte Jesus. Freundschaft, Liebe.
Nach einer gefĂŒhlten Ewigkeit in der Arktis, kam es zu einem sehr erfreulichen und unerwartetem Ende, denn entgegen der gescheiterten Arktisexpedition, konnten alle Besucher retten und dem betlehembesternten Jammertal durch das Hauptschiff...
   Read moreâPeace, peace, when there is no peace.â
âAs God can send a nation or people no greater blessing than to give them faithful, sincere, and upright ministers, so the greatest curse that God can possibly send upon a people in this world, is to give them over to blind, unregenerate, carnal, lukewarm, and unskilled guides. And yet, in all ages, we find that there have been many wolves in sheepsâ clothing, many that daubed with untempered mortar, that prophesied smoother things than God did allow. As it was formerly, so it is now; there are many that corrupt the Word of God and deal deceitfully with it.â
Excerpt From The Method of...
   Read moreDirekt am Bahnhof steht St. Nicolai, auch Stadtkirche genannt. Sie wurde 1908 als Gotteshaus fĂŒr Einheimische und die groĂe Zahl GĂ€ste geweiht. Besonders sehenswert sind das Glasmosaik in der Apsis und die Seitenfenster, die Siegfried Assmann in den 1960ern fertigte, der romanische Taufstein, die âTĂŒr zum Lebenâ von Angelika Kasching und das Foyer mit den GlaswĂ€nden von Hans-JĂŒrgen Westphal. In dieser Kirche feiern wir hauptsĂ€chlich unsere Gottesdienste. Sie ist auĂer mittwochs tĂ€glich von 9 -16 Uhr geöffnet. Die PlĂ€ne fĂŒr den Bau der WesterlĂ€nder Stadtkirche, die 1908 eingeweiht wurde, reiften lange. Die Dorfkirche St. Niels war fĂŒr die Menschen des Ortes einfach zu klein geworden: Waren es 1885 noch 859 Einwohner, so verdoppelte sich die Bevölkerung innerhalb von zehn Jahren. Rasanter noch wuchs die Zahl der KurgĂ€ste, trotz der umstĂ€ndlichen Reise ĂŒber das Wattenmeer. Bis Westerland 1905 - fĂŒnfzig Jahre nach der GrĂŒndung des Bades - die Stadtrechte verliehen wurden, waren es ĂŒber 20.000. Dennoch gab es zunĂ€chst viele WiderstĂ€nde gegen den Bau einer groĂen Kirche. So war den Insulanern, die 1898 in Berlin bei OberprĂ€sident Köller vorsprachen, gesagt worden: âKommen Sie nach 30 Jahren mit Ihrem Kirchenbau wieder". Aber man lieĂ sich trotzdem nicht entmutigen. Aus den Mitteln eines Kirchaufbaufonds wurde das zentral gelegene GrundstĂŒck in der MaybachstraĂe fĂŒr 9.000 DM von Thönis Boysen erworben und nach PlĂ€nen des Geheimen Oberbauraths Hosfeld aus Berlin 1906 mit dem Bau begonnen. Die Bauaufsicht ĂŒbertrug man dem WesterlĂ€nder Architekten Bomhoff. Von den Gesamtkosten von 125.000 DM wurden 35.000 DM durch WesterlĂ€nder BĂŒrger und KurgĂ€ste aufgebracht. Die Stadtvertretung erklĂ€rte sich bereit, Verzinsung und Amortisation von 40.000 DM zu ĂŒbernehmen. Viele Stiftungen bereicherten das neue Gotteshaus. Die Turmuhr wurde zum Beispiel von der Sylter...
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