Selten war es so schwer für uns, eine Rezension zu erstellen.
Wir haben das Restaurant direkt nach der Neueröffnung im November 2024 durch Zufall entdeckt (es ist direkt gegenüber vom Gloria in der Bellealliancestrasse gelegen), und wurden durch das moderne, straighte Ambiente mit großen Fenstern, wenigen Tischen, wenigen modernen Bildern an den Wänden und einem Chiefs Table als Tresen vor der offenen Küche direkt angesprochen. Flugs einen Tisch in zwei Wochen reserviert und das 5-Gänge-Menü für 75,-€ pro Person ausprobiert.
Der Raum ist hell, klar, aber ziemlich laut und hallig, eine private Atmosphäre kommt so leider nicht auf.
Ich hatte vorher angerufen, eine Anpassung an individuelle Wünsche war in einem sehr netten Telefonat mit dem Chef problemlos möglich.
Wir wurden von der engagierten Crew sehr freundlich in Empfang genommen, alle wussten, „wir sind die mit dem speziellen Menü“.
Nun aber zum Essen und den Gründen, warum die Bewertung so schwierig ist.
Das Menü begann nach sehr leckerem, knusprigen Brot mit Olivenöl, Oregano und Salzflocken mit einem als Apero gereichten Glas Champagner (eigentlich war ein Prosecco auf der Karte), gefolgt von einem käsegefüllten Reisball (Arancina, sizilianisches Streetfood). Außen knusprig, innen cremig, mit leichten Raucharomen. Lecker, aber „einfach so“.
Danach ein Schälchen Caponata, Oliven, Kapern, Aubergine in Tomatensugo wie bei Mamma.
Nächster Gang war ein Risotto mit Gambas, lecker, aber fast zu salzig und nicht wirklich cremig, aber der Riso mit perfektem Biss.
Es folgten auf den Punkt frittierte Frutti di Mare mit Zitronenspalten in einem Schälchen mit einer Serviette, die sich langsam auflöste und am Frittierten kleben blieb.
Als Dessert extrem leckeres Semifreddo alle mandorle mit dunkler Schokolade, die Schokolade allerdings zu dick und nicht in perfektem Verhältnis zum Mandeleis.
Das Essen wirkte in jedem Gang authentisch, war lecker, aber stand allein und wirkte unverbunden mit den weiteren Gängen. Alles wirkte nur zusammengehalten von der Tatsache, dass diese Gerichte Erinnerungen an die Kindheit des Chefs waren.
Hätte diese Kindheit in Deutschland stattgefunden, wäre es vielleicht eine Abfolge der perfekten Pommes Schranke mit der bestmöglichen Spaghetti Bolognese und einer selbst gemachten Fürst-Pückler-Rolle gewesen.
Insgesamt war es ein sehr persönlicher Ausflug in die Kindheit des so bemühten wie sympathischen Gastgebers und seines unglaublich netten, fast überengagierten Teams, gleichwohl unter kulinarischen Aspekten weit ab von einem schlüssigen Gesamtkonzept.
Authentisches sizilianisches Streetfood im Wechsel mit Gerichten „a la Nonna“ in einem Ambiente, dass höchste Ansprüche suggeriert, aber leider noch nicht vollständig erfüllt.
Wir waren zwischenzeitlich ratlos, ob wir es „top“ oder ärgerlich finden sollten - das Kasa ist aber, dank der Qualität der einzelnen Speisen und des Teams, definitiv einen Besuch wert.
Wir würden uns freuen, wenn dieses Restaurant bestehen bleibt und sich konzeptionell findet, denn selten haben wir uns durch ein gastronomisches Erlebnis dank der dahinter stehenden Menschen so persönlich berührt gefühlt wie beim Besuch im „Kasa“
Danke dem Team insgesamt und dem engagierten Gastgeber, sich in seinem Restaurant so als Mensch gezeigt zu haben.
Wir kommen gerne wieder, um dieses kulinarische Konzept und den unglaublich sympathischen Gastgeber weiter zu begleiten, und empfehlen allen, einen eigenen Eindruck...
Read moreKasa – Kulinarische Komposition mit Rockstar-Vibes
Das Kasa ist der Rockstar unter den italienischen Restaurants in Hamburg – und Küchenchef Claudio der unangefochtene Frontmann. Was hier auf den Tisch kommt, hat sizilianische Wurzeln, wird aber mit moderner Finesse und charmanter Leichtigkeit präsentiert. Wer das Glück hat, am Chefs Table zu sitzen, wird Zeuge eines eingespielten, konzentrierten Küchenduos, das mit Hingabe arbeitet – fast wie ein Live-Konzert in Slow Motion.
Claudio selbst ist dabei immer ansprechbar, erzählt Geschichten zu seinen Gerichten und gibt souveräne Tipps zur passenden Weinbegleitung. Die Karte ist bewusst reduziert – ein gutes Zeichen, das sich auch in der Qualität der Zutaten widerspiegelt: frisch, saisonal, erstklassig.
Allerdings hat das Niveau seinen Preis. Die Hauptgerichte liegen im oberen Mittelfeld vergleichbarer Restaurants im Viertel – vertretbar. Bei den Vorspeisen allerdings stimmt das Preis-Mengen-Verhältnis aus unserer Sicht noch nicht ganz. Wer will, dass auch Gäste mit normalem Portemonnaie wiederkommen, sollte hier nachjustieren.
Kulinarisch aber: großes Kino. Das Kalbs-Zwerchfell – selten auf Speisekarten zu finden – war ein echtes Highlight. Die hausgemachte Pasta: al dente, mit fruchtiger Tomatensauce, wie aus einer sizilianischen Nonna-Küche mit modernem Twist. Die Arancine mit Mozzarella und Pistazien haben Klassiker-Potenzial – süchtig machend gut. Das Garnelenrisotto wiederum war exzellent, bekam durch die Lobster-Bisque allerdings eine leicht bittere Note – Geschmackssache, vielleicht nicht für jeden.
Die vegetarische Caponata, ein süßsaures Gemüsegericht aus der sizilianischen Küche, mit Aubergine ist offenbar die Signature-Vorspeise des Hauses. Persönlich nicht mein Fall, aber bei anderen am Tisch kam sie sehr gut an.
Das Dessert? Ein Paukenschlag zum Finale: Zitronenkuchen mit weißer Schokolade, Pistaziencrumble, Mandel- und Milcheis – eine der besten Kombinationen, die wir je probiert haben.
Einziger Wermutstropfen: Der Brotkorb. Fünf Euro für ein paar Scheiben Brot und Oliven wirkt in diesem Setting kleinlich. Solche Basics sollten bei diesem Preisniveau inklusive sein.
Die Weinpreise sind fair kalkuliert – ob glasweise oder als Flasche. Die Beratung könnte allerdings noch etwas stilsicherer sein, was die Kombination mit den Gerichten angeht.
Fazit: Das Kasa ist definitiv einen Besuch wert – vor allem die Plätze am Chefs Table sind ein Erlebnis. Für den Alltag ist das Restaurant vielleicht eine Spur zu gediegen, für besondere Abende aber eine der Top-Adressen im Viertel. Wer bereit ist, 70 Euro und mehr pro Nase zu investieren, bekommt hier ein durchdachtes, atmosphärisches Gesamterlebnis – irgendwo zwischen Rockkonzert und sizilianischem...
Read moreAmazing food. Everything we’ve tried from Caponata, Risotto, to the Cannolo and Mandel Parfait desserts has been so delicious and unique with flavours. The restaurant is really lovely with great atmosphere. You can sit at the chef’s table, where you could watch your food being prepared. Every dish looked amazing! The staff and chef were very kind and accommodating. Couldn’t recommend this...
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