Ich war hier, aber nur der Kreuzgang hatte auf. Überall stehen Statuen, an den Balken sind geschnitzte Maskenköpfe, und wenn man genau hinschaut, sieht man an der Außenwand sogar ein Schwert-Relief. In der Mitte des Kreuzgangs ist eine Wiese – wirkt sehr ruhig und alt.
Drinnen gibt es ein Sakrament-Häuschen, das früher zur Aufbewahrung von Reliquien diente, und eine Nachbildung des ältesten bekannten Stadtwappens von Halberstadt: rechts zwei und links drei sogenannte „Larius-Männer“, darüber die Jahreszahl 1398. Das Original hing früher am Ostbau des alten Rathauses.
Ich habe auch etwas gesehen, das mich an den Sargdeckel von Tutanchamun erinnert – bloß mit Jesus Christus am Kreuz darauf. Ziemlich faszinierend, sowas mitten im Harz zu finden.
Außerdem gibt es hier eine öffentliche Toilette, die ich aber nicht benutzt habe.
Kleiner geschichtlicher Hintergrund: Die Liebfrauenkirche ist eine der ältesten romanischen Kirchen Deutschlands. Sie wurde im 11. Jahrhundert als Klosterkirche der Augustiner-Chorherren erbaut und diente Jahrhunderte lang als Zentrum des geistlichen Lebens in Halberstadt. Der Kreuzgang, der heute noch besichtigt werden kann, stammt aus dem 13./14. Jahrhundert und war früher Teil des Klosters. Heute nutzt man ihn u. a. für Ausstellungen zu Stadtgeschichte und...
Read moreAm Westende des Domplatzes in Halberstadt steht die Liebfrauenkirche. Sie ist die einzige viertürmige romanische Basilika in Mitteldeutschland. Sie geht zurück auf den Vorgängerbau, den Bischof Arnulf von 1005-1020 errichteten ließ. Der jetzige Bau wurde von Bischof Rudolf um 1146 veranlasst und um 1200 vollendet. Ein Großteil wurde 1945 durch einen Bombenangriff zerstört und zwischen 1946 und 1952 wieder aufgebaut. Nach der Wende wurde sie von Grund auf saniert. Als wir in die Kirche eintraten wurden wir von einem Herrn sehr freundlich empfangen, der uns erst mal ein paar kurze Infos und ein Infoplatt zukommen ließ. Da wir die einzigen waren hat sich daraus im Laufe der Zeit noch ein sehr nettes Gespräch entwickelt, er hat uns auf viel hingewiesen und wir haben viel erfahren. Eine Besonderheit und weltberühmt, sind die Chorschrankenfiguren von ca. 1200/1205. Es sind fast lebesgroße Stuckarbeiten. An der Südseite, Marina mit Zöpfen, in mitten von je 3 Aposteln und auf der Nordseite, Jesus in mitten der andere 6 Apostel. Ein Highlight, ganz sicher, ist die Turm Besteigung. Ein grandioser Ausblick, nach hinten auf die anderen zwei Türme und nach vorn, Richtung Domplatz, auf Dom und...
Read moreWir haben die Kirche nach dem Dom besucht und waren zunächst etwas ernüchtert. War die Kirche innen doch sehr schlicht gehalten. Die nette Dame am Eingang offenbarte sich als "wahrer Schatz" und erzählte uns so einiges über die Kirche, so dass wir am Ende doch noch ganz fasziniert waren. So erfuhren wir viel über die wechselvolle Geschichte der Kirche, dass sie doch einst sehr prunkvoll ausgesehen haben muss, was Chorschranken sind und deren Geschichte usw. Besonders angetan waren wir dann davon, dass plötzlich Musik durch die Kirche hallte und wir ein richtiges Kirchenfeeling spüren konnten. Gänsehaut pur. Am Besten hat uns dennoch der Kreuzgang gefallen. Der hat echt was mystisches an sich. Hier könnte man doch mehr Werbung machen, denn diese Kirche muss sich wirklich nicht hinter dem Dom verstecken.
Nochmals herzlichen Dank an unsere persönliche Kirchenführerin und ihre tollen Tipps auch zu anderen Ausflugszielen in der näheren Umgebung. Das Brot schmeckt wirklich klasse. Wir wünschen alles Gute...
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