Willkür In einer gemütlichen Ecke, schräg gegenüber dem Tresen, hatte ich meinen Stammplatz. Und das seit 2004. Bis neulich. Da war ich wieder 'mal in diesem Restaurant. Der Betreiber hatte offensichtlich gewechselt. Kein mir bekanntes Gesicht unter dem am Tresen stehenden Bedienungspersonal. Ich bat ich um eine Empfehlung, da ich einen Weißwein bevorzugen würde mit wenig Säure, wegen meines Magens. Der Kellner zeigte mir eine Flasche, deutete wortlos auf das Etikett. Ich fragte, ob es möglich sei, einen Probeschluck zu nehmen. Er entkorkte und füllte etwas Wein in ein Glas. Zwischenzeitlich war ein anderer Kellner, circa Ende 20, schlank, hochgewachsen, trotz freundlichem Schnurrbart ungelaunt blickend, herangetreten. Sein Schweigen vermittelte mir das Gefühl, meine Probeschluckbitte sei für mich ein Rohrkrepierer. Ich musste mich entscheiden – für mich übersäuerten, wenn auch wahrscheinlich qualitativ guten Wein oder Verzicht und Umschwung auf ein Glas Braunbier. Ich entschied mich, trotz gefühltem “Rohrkrepierer” für den Umschwung. Das Bier wurde gebracht, meine Bestellung entgegengenommen: Mit Käse überbackene Spätzle mit Champignons. Doch was kam, waren gekochte Spätzle reichlich bedeckt mit einer Cabonara. Ich bin mit meinen 77 Jahren, meinem fast weißen Haar nicht mehr die Jüngste, aber das, was ich nun an diesem 5. Oktober 2022 erleben musste – und an Auswirkungen nachhaltig weiter erlebe, das hatte ich noch nie erleben müssen. Ich: “Aber das hier habe ich nicht bestellt. Das kann ich nicht essen.” Wegen der anderen Gäste und der mir peinlichen Situation, spreche ich halblaut. Im Gegensatz zu dem Kellner mit der Brille. Der erwidert laut, dass genau das ich bestellt hätte: Mit Käse überbackene Spätzle mit Champignons. Ich nun auch etwas hörbarer: “Aber hier steht nichts von einer Champignonsahnesoße! Bitte, ich kann das nicht essen, wegen meines Magens und überhaupt ...ich möchte etwas anderes bestellen!” Da steht plötzlich der mieselaunige Hochgewachsene vor mir, und meint, überlaut: “Wenn Ihnen das hier nicht passt, gehen Sie!” Ich: “Wieso soll ich das Restaurant verlassen, nur weil …" Was jetzt kommt, empfinde ich als Bedrohung, aus den Blickwinkeln registriere ich, wie die Gesichter der Gäste sich tiefer über ihre Teller beugen: Der Schnurbärtchen-Kellner überreicht mit einer blitzschnellen Bewegung seinem Brillen-Kollegen die Schale mit den Cabonara-Spätzle, greift nach meinem noch fast vollem Bierglas und ruft: Raus! “ Ich erinnere, dass ich, meine Jacke über’m Arm, einem Gästetisch zuflüsternd “Warum helfen Sie mir nicht?!“, mich Richtung Tresen bewege, einen dort von hinten aus der Küche herbeigeeilten neugierigen jungen Mann nach dem Chef frage und zur Antwort bekomme, der sei nicht da. Ich stehe vor dem gut besuchten Restaurant, aus dem ich gerade, mitten in meinem Kietz, man kennt sich, rausgeschmissen wurde, bin nicht fähig, normal zu denken Die Wochen vergehen, ich bin nicht in der Lage, aufzuschreiben, was ich eigentlich aber müsste. Vier Wochen sind vergangen. Es ist der 2. November. Immer noch habe ich keine "Bewertung" online gestellt, hatte einfach keine Kraft, irgendwie hat es mich zutiefst in meiner Persönlichkeit getroffen, fühle mich erniedrigt, beleidigt, was auch immer. Vor allem völlig hilflos einer Willkür ausgeliefert. Es tut weh ... Jedenfalls, am 2.11. bin ich nochmal ins "Hufeisen", hoffend, der Ober würde sich bei mir entschuldigen, doch ich wurde, wieder für alle Gäste vernehmlich, des Lokals verwiesen: SIE HABEN HIER...
Read moreDa ich ein jugoslawisches Restaurant suchte, in dem ich demnächst ein Jubiläum mit vielen Personen feiern wollte, ging ich vorab mit meinen Eltern schon mal in dieses Restaurant, um mir einen Eindruck vom Ambiente und Geschmack des Essens zu verschaffen. Mein ernüchterndes Fazit: das Salatdressing vom Vorpeisensalat war etwas sehr salzig, dieses Salz jedoch hätte ich mir stattdessen mehr in den Speisen gewünscht, die leider eher kaum gewürzt waren. Zudem finde ich ein Gericht für 17 Euro, ohne Beilage wie Pommes oder Reis, doch etwas teuer. Die Pommes mussten dann separat bestellt werden. Als Durstlöscher hatte ich mir eine Fassbrause bestellt, die im Nachgang total "muffig" schmeckte. Als ich das dem Kellner mitteilte, diskutierte er mit mir, dass die Fassbrause aus dem Fass käme und deshalb so schmecken würde. Er füllte sogar einen kleinen Schluck in ein neues Glas und sagte schon leicht aufgebracht und etwas lauter "probieren Sie!". Ja, schmeckte auch muffig, habe ich bei Fassbrause noch nie erlebt und ich wollte auch nicht, dass mir davon schlecht wird. Er bot mir keinen Austausch des Getränks von sich aus an, gästeorientierender Service sieht anders aus.. Erst als gesagt wurde, er möchte das Glas bitte wieder mitnehmen und stattdessen eine Cola bringen, tat er es widerwillig. Es kam dann zum Glück ein anderer Kellner, der um einiges freundlicher und bemühter war. Trotzdem wird dieser Besuch für mich kein Wiederholungsakt werden, denn ich möchte mich im Restaurant entspannen und mich nicht über miesen Service aufregen, zudem das Essen für mich nun wirklich auch keine Offenbahrung war, da habe ich selbst an einer Wurstbude schon besser gegessen. Das Ambiente sprach mich auch nicht wirklich an und erinnerte mich eher an eine Kaffeefahrt...
Read moreWillkpr Teil 2 mit traurigem Ende... Fortsetzung dessen, was mir dort am 5.10.22 widerfahren war Ich werde nachher ‘was völlig Verrücktes tun, in der Hoffnung, dass der Kellner zu mir kommt, und sich entschuldigt, jeder hat doch ‘mal einen, pardon, b-Tag – und vielleicht ist ja dann dieser Albtraum für mich zu Ende. Ich gehe nachher noch ‘mal ins “Zum Hufeisen”. Ich höre nur noch, wie meine Kosmetikerin mir nachruft: “Na Sie sind ja wirklich ‘ne Optimistin!”, zwei Minuten später öffne ich die Restauranttür, hereingewinkt von einem freundlich lächelnden Kellner in schwarzumrahmter Brille. Erleichtert setze ich mich auf meinen Stammplatz. Erblicke am Tresen den “Schnurrbart”, wie er auf seine, ihm äußerlich sehr ähnelnden, wahrscheinlichen Landsmänner einredet. Gleich darauf steht der mich freundlich herein gewunken habende Kellner vor meinem Tisch. Er sagt allen vernehmlich, wieder ist die Wirtschaft gut besucht, es ist Mittagszeit, laut und klar:” Ich habe den Auftrag, Sie aufzufordern, das Lokal zu verlassen. SIE HABEN BEI UNS HAUSVERBOT! Ich stehe auf, muss wieder an den Gästen, dem Tresen vorbei. Sehe einen mir den Rücken zukehrenden Mann mittleren Alters, frage ihn, ob er vielleicht der neue Chef sei. Er bejaht und ich hoffnungsvoll: “Wissen Sie eigentlich, was hier vor vier Wochen passiert ist?” Und bekomme zur Antwort: “Ja, das weiß ich sehr genau, ich war hinten, in der Küche. Verlassen Sie...
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