Zwar gehe ich gerne auch in andere Lokale essen – aber müsste ich mir für den Rest meines Lebens ein einziges Wirtshaus aussuchen, so würde ich mit Sicherheit den Pfarrwirt wählen, für den ich jetzt endlich mal eine längst fällige Rezension schreibe. Denn diese absolute Institution unter den gehobenen Wiener Wirtshäusern ist über die Jahre zu einem absoluten Lieblingsplatzerl geworden – zum täglichen Stammgast habe ich es zwar noch nicht gebracht (vielleicht dann irgendwann einmal als Pensionist), aber so alle ein, zwei Monate muss ein Besuch beim Pfarrwirt schon unbedingt sein.
Der Grund ist einfach erklärt, denn erstens ist Wiens ältestes und bestens erhaltenes Wirtshaus auch in meinen Augen Wiens absolut schönstes Wirtshaus: Die große verglaste Holzveranda aus der Gründerzeit, der barocke Prälatensaal und das gesamte stilvolle Ambiente samt dem uralten Holzboden, zeitgenössischer Kunst (Spoerri, Nitsch, Art Brut von Ida Buchmann, auch ein Egger-Lienz, wie ich stark vermute) an den Wänden und dem prächtigen Gastgarten sind einfach ein echtes zeitloses Gesamtkunstwerk.
Der zweite Grund ist natürlich die Küche, denn jedes Gericht, das ich jemals beim Pfarrwirt gegessen habe, war bis jetzt ein absoluter Volltreffer: Das Beef Tartar vom Weideochsen, das bei fast jedem Besuch obligat als Vorspeise sein muss, ist sowieso top und die gesamten Klassiker der Wiener Küche von Backhuhn bis Schnitzel, Zwiebelrostbraten und Tafelspitz ebenso. Vor zwei Wochen gab es einen unfassbar guten Schweinsbraten (der leider nur kurz auf der Speisekarte zu Gast war) mit einer Sauce zum Niederknien, unfassbar dicht und intensiv und aromatisch – einfach großartig. Und auch das Mittagsmenü wurde schon probiert – perfekte klassische Fleischlaibchen mit Kartoffelpüree, so gut, dass meine Oma glatt eifersüchtig geworden wäre.
Der dritte Grund für meine große Pfarrwirtliebe: Das besonders liebenswürdige Personal, allen voran Herr Maximilian. Mittlerweile weiß man, dass wir sehr gerne hie und da eher spontan und oft auch ohne Reservierung zu zweit vorbeikommen (am liebsten am späteren, eher ruhigen Nachmittag zwischen den Hauptessenszeiten), und die erste Flasche „Fräulein Rosé“ (nur allzu gerne trinken wir dann meist noch eine zweite, das Fräulein ist halt so verführerisch) wandert schon fast automatisch zum Tisch. Von überfordertem oder gar unfreundlichem Personal, wie es manche RezensentInnen hier bemängeln, konnten wir noch nie etwas bemerken, ganz im Gegenteil – sehr entspannt, aufmerksam und angenehm, manchmal sogar lustig und amikal geht es hier zu, und ein Paar vergessene teure Designer-Handschuhe (das Fräulein Rosé war schuld) wurde bis zum nächsten Besuch bestens für uns gehütet.
Noch ein weiterer Grund: Anders als so manche Wiener Edelgasthäuser ist man beim Pfarrwirt gemessen am Ambiente und am gebotenen Qualitätsniveau preislich angenehm auf dem (gehobenen) Boden geblieben – in so manchem abgeranzten, aber gerade angesagten Shabby-Chic-Bobo-Szene-Haubenbeisl mit ironisch-herbem Arbeiterbezirk-Charme zahlt man heute ähnliche, wenn nicht höhere Preise als hier in idyllischer, topgepflegter Döblinger Bestlage. Und gemäß dem geradlinigen Pfarrwirt-Motto „ein Schnitzel ist ein Schnitzel“ gibt es hier kein unnötig experimentelles ChiChi auf der Karte, stattdessen ehrwürdige Urwiener Hausmannskost-Klassiker wie „Einbrennte Hund“.
Danke daher, lieber Pfarrwirt, dass du auf dem besten Weg bist, allmählich mein gastronomisches „Home away from home“ zu werden – und mögest du noch viele Jahrzehnte genauso wunderbar klassisch bleiben, wie du bist. Übrigens: Manchmal sieht man auch Pächter/Eigentümer und Wiener Werbelegende Hans Schmid hier speisen, dem die rundum gelungene Revitalisierung des Pfarrwirt nebst dazugehörigem Weingut und Heurigen vor bald zwanzig Jahren zu verdanken ist. Dann muss ich immer daran denken, dass er in Interviews gerne behauptet hat „Ich wollte niemals Wirt werden“. Wie perfekt man sich doch...
Read moreHolzveranda auf einem Hügel, Prälatensaal, Beethovenzimmer, die eindrucksvoll antiquierte Schank beim Eingang sind die ersten Eindrücke beim Betreten dieses ohne Zweifel historischen Anwesens.
Der hofseitige Garten bietet besonders in der Dämmerungszeit eine romantische Idylle, weshalb bei dem Prachtwetter am letzten Sonntag die Zeit auch gewählt wurde um in diesen Genuss zu kommen. Dies Innere eher schlicht aber gepflegt.
Es erwartet dich neben gutem Wein aus dem Hause Mayer klassischer Wiener Küchenstil gehobenen Niveaus mit saisonalen Themenschwerpunkten für eine kulinarische Reise durch das ehemalige Reich der K.u.K. Monarchie. Die Speisenkarte erzählt dazu ihre G’schichten.
Seit ich hier einkehre, gehört die RS zu einem Fixpunkt. Die Einlagen mit etwas Julienne-Streifengemüse werden zuerst im leeren Teller platziert und danach wird mit einer Extrakanne eine fantastische Consommé vor dem Gast eingegossen. Die klassische Wiener Küche erfüllt über die Jahre schon das gehobene Niveau.
Kritik muss ich einbringen hinsichtlich des Services. Wo früher Wiener Schmäh und Lockerheit an der Tagesordnung waren, herrscht heute kühle Professionalität, nur sind deswegen dennoch nicht alle für meine Begriffe kompetent.
Seit dem Abgang des altgedienten Oberkellners vor ca. 2 Jahren, dessen Name mir leider entfallen ist, aber er war hier eine tragende Säule, hat quasi alles geschupft und war die gute Fee für Extrawünsche, so hat sich damit für meine Begriffe das Gesamtbild geändert.
Das nunmehr agierende Personal wirkt unpersönlich, es fehlt mir die nötige Aufmerksamkeit, das gewisse Etwas sozusagen, das man sich hier erwartet angesichts dessen was man darstellen möchte.
Aufgrund meiner mittlerweile langjährigen Erfahrung machen mir hin und wieder ein paar Küchen-Hoppalas weit weniger aus, andere patzen auch, sie sind an sich eher rar hier. Langjähriger Schnitt sicher 4 Sterne wert.
Das Ambiente ist für meine Ansprüche Klasse und verdient volle Punkteanzahl, aber der Service ist mit Nachsicht beurteilt gerade mal Durchschnitt. Da ich nicht so sein will, vergebe ich 3 Sterne, auch weil ich gebotene Objektivität nicht zugunsten persönlicher Ambitionen aufgeben möchte. Aber g’redt homma d‘rüber, des hod scho sei miass‘n. 😊
Ich komme gerne wieder, die Vorgaben werden dafür ab sofort aber von meiner Seite neu definiert, denn neben Serviceschwächen ist auch das Preisniveau mittlerweile abgehoben und damit kommt meine Wenigkeit nun ins Strauchlen.
Es sind weniger die HS, sondern die kleinen Nebengeräusche, die sich am Ende aufsummieren. Gedeck um 4,50€ und simple Beilagen zu den HS um 6,90€ sind für mich nicht gerechtfertigt. Ein Wr. Schnitzel mit 2 Beilagen kommt so auf stolze 38,80€, ein Rekordwert.
Es wird sich das schlicht an meine Finanzkraft anpassen. Früher war der Pfarrwirt eine erste Wahl für gehobene Familienfeste, diesbezüglich werden andere den Vorzug erhalten. Aber die RS bleibt hier weiter...
Read moreWhen i got into the restraunt, the waiter touched my phone to look at my vaccine status. Its personal property. No touching! I ate in the main room. It was a very old building, however there was weird, creepy modern art on the walls which did not belong. Then when we ordered i asked for the “kalbbutterschnizl” and immediately he said its not a schnizel, instead a chunk of veal. I knew that. He thought I was dumb. The food was great however! After i finished the waiters grabbed all the stuff from the table as if they wanted me to leave immediately. I felt really akward and feel like they were taking advantage if me because I was a single diner. Overall, the feeling the place gave me made me to never want to return even though the food was good. The waiters should be trained to treat everyone equally. In all, i recommend to go there with a big group. Waiters treat you better if you...
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