Kurzrezension – die vollständige Kritik findet Ihr voraussichtlich ab 13.08.2018 bei tripadvisor.de
Das „Neugrunaer Casino“ befindet sich nicht in Gruna, sondern in zentraler Lage in Striesen und hat nichts mit einer Spielbank zu tun. Den Namen gibt es wohl seit den Neunzehnzwanziger-Jahren und ist allen Hiesigen ein Begriff. Durch einen hohen Stammgästeanteil ist das „Casino“ stets sehr gut besucht und abends wird man ohne Reservierung kaum einen Platz finden.
Direkt am Niederwaldplatz gelegen, ist das „Casino“ auch mit den Öffentlichen hervorragend zu erreichen. Es verfügt über einen großen Außenbereich, der mit etwas Wohlwollen die Bezeichnung „Biergarten“ verdient, was mitten im Wohngebiet in Dresden ja nicht so häufig ist. Auch die wuchtigen Holztische und -bänke laden zum Verweilen ein. Menschen mit ausgeprägtem Sauberkeits- und Ordnungssinn sollten allerdings mindestens ein Auge zudrücken. Das gilt auch für die Innenräume, Verkehrsflächen und Toiletten, durch die noch der herbe Charme der DDR weht.
Das Angebot richtet sich augenscheinlich an Kneipengänger, die für wenig Geld viel essen und trinken möchten, ohne besondere Ansprüche zu stellen. Dementsprechend bietet die erfreulich überschaubare Standardarte einfache und ortstypische Hauptspeisen unter 10 €, mit Ausnahme des Hüftsteaks vom argentinischen Rind, für das immer noch sehr harmlose 12,90 € fällig werden. Außerdem gibt es Sonderangebote und Aktionen, die man auch auf der Homepage findet. Als Hauptbier quält der Wirt seine Gäste mit dem mittlerweile völlig überschätzten Radeberger, allerdings zu einem Kampfpreis von 3,30 € je Halbe. Zum Glück gibt es als kühle Blonde vom Fass noch das Lager von Staropramen aus Tschechien und das Kellerbier von Hacker-Pschorr aus München.
Die Servicekräfte waren allesamt freundlich, zuvorkommend und schnell, machten allerdings einen etwas derangierten Eindruck, was wohl der vorangegangenen Hitzewelle, vermutlich aber auch einer sehr hohen Arbeitsbelastung geschuldet gewesen sein dürfte.
Ich hatte mich spontan an einem freien Tag unter der Woche für einen Besuch am frühen Nachmittag entschieden und zum Essen das Braumeisterschnitzel (9,50 €) bestellt. Das mit Schinken und Käse gefüllte Schweinefleisch machte eigentlich einen guten Eindruck, zumal es sich augenscheinlich nicht um TK-Fertigware aus der Fritteuse handelte. Der Käse hätte allerdings etwas mehr Hitze vertragen können. Das war alles aber noch einigermaßen in Ordnung. Die Katastrophe verursachte das sogenannte „Salatbukett“, das dem „Braumeister“ als nasse Unterlage diente: dabei handelte es sich um Grünzeug, das vermutlich seit der Mittagszeit in einem undefinierbaren säuerlichen Dressing am Verenden war und nun auch noch das Schnitzel in sein Elend ziehen wollte. Um zu verhindern, dass sich des Braumeisters Panierung gänzlich in der Salatsoße auflöst, habe ich deren Zufluss kurzerhand mit einer Serviette gestoppt. Ein Salatbukett gegen eine Papierserviette auf dem Teller zu tauschen, ist dem Genuss aber nicht gerade förderlich. Die welken grünen Blätter gingen komplett zurück an den Absender, ebenso wie ein Großteil der Kartoffelecken mit Sauerrahm, die der Erwähnung nicht wert sind. Mein Tipp an Gäste, die sich für den Braumeister entscheiden: Salatbukett weglassen, oder extra Teller verlangen; Kartoffelecken mit Sauerrahm weglassen, oder stattdessen Pommes bestellen, ich weiß aber nicht, wie die schmecken.
Getröstet habe ich mich mit zwei Williams vom Specht, der sicher nicht zu den Premium-Bränden zählt, aber für sehr kleines Geld (1,90 €/2cl) angenehm die Kehle herunterläuft.
Aufgrund des insgesamt etwas schmuddeligen und unordentlichen Eindrucks (man sollte nicht hingehen, wenn es noch taghell ist) sowie der kapitalen Fehler bei der Essenszubereitung reicht es nur für zwei **, wobei ich einen Wiederbesuch nicht generell...
Read moreWir gehen oft und bisher auch wirklich gern ins Neugrunaer Casino. Bisher waren wir auch immer ganz zufrieden mit dem Essen sowie Service. Wobei man schon auch festhalten muss, dass die Qualität der Speisen häufig variiert. Nichtsdestotrotz gute Küche zu moderaten Preisen.
Heute waren wir mit dem Essen auch zufrieden, aber ich denke, ich komme trotzdem erstmal nicht so schnell wieder.
Was war los? Wir kamen an einem Sonntagnachmittag zwischen den Stoßzeiten Mittagstisch und Abendgäste - spontan und ohne Reservierung. Als wir ankamen, waren viele Tische frei und nur ein kleiner Teil war mit "Reserviert" Schildern versehen. Die Mitarbeiterin teilte uns mit, dass nur noch ein Tisch - der in der Sonne - frei sei und alle anderen reserviert und die Gäste kämen auch bald. Zwischendurch leeren sich einige Tische im Schatten und andere waren auch immer noch frei, weshalb wir mehrmals (!!!) darum baten uns umsetzen zu können, da wir mit Kleinkind ungern in der Sonne sitzen wollten. Es führte kein Weg hin. Wir waren insgesamt zwei Stunden da und wären gern noch länger geblieben, aber nicht in der Sonne. Und die ganzen Gäste, die bald kommen sollten, kamen natürlich auch nicht. Als wir das Lokal bzw . den Biergarten verließen, waren immer noch viele Tische im Schatten leer. Selten so eine sinnlose Willkür erlebt, denn zwei andere Gäste durften sich auch umsetzen. Natürlich erklärte man uns, dass die Reservierungen immer im Schatten wären und man machte uns dafür verantwortlich, weil wir ja hätten reservieren können. Keine Ahnung, ob die Dame einen schlechten Tag hatte oder uns in der Sonne sitzen ließ, damit wir schneller gehen und sie nicht mehr arbeiten muss. Kundenservice war das auf jeden Fall nicht! Scheinbar war die Krise nicht so tragisch, wenn man Kunden...
Read moreWissen Sie was das schlimmste an diesen Erfahrungsberichten ist? Dass sie einen davon abhalten können, ein Restaurant zu besuchen. So geschehen mit dem mittlerweile vier Jahre alten Bericht, der wohl an einem sehr finsteren Tag (für das Restaurant oder den Gast?) stattgefunden hat. Erst jetzt ist der Bann gebrochen...
Ich wohne seit zwei Jahren ganz in der Nähe des Neugrunaer Casinos und war noch nie drin - und letzten Freitag wars erstmals soweit. Der vordere Gastraum mit Theke besitzt viel mehr Ambiente wie im eigentlichen "Restaurantbereich". Da meine Fra und ich nicht reserviert hatten, sassen wir dann auch vorn. Man mag von raumfüllenden Schnapsfläschchensammlungen und erfolgreichen Skatblättern an den Wänden halten was man mag - aber die Kneipe wurde definitiv nicht vom Innenarchitekten eingerichtet, sondern, ganz authentisch vom Leben.
Die Speisekarte ist von der Länge her grade noch so ok. Bestellt haben wir das Gulasch und das panierte Schnitzel. Beides kam in guter Qualität und (zumindest beim Gulasch) mit frisch und selbst zubereiteten Beilagen (Rotkohl, Krautsalat und Kartoffelknödel). Das Schnitzel war knackig und in frischem Öl fritiert, die Pommes schmeckten ebenso dazu. Das Krusovice passte hervorragend und alles wurde leidenschaftslos, aber zügig serviert.
Vom Espresso habe ich nach dem (gelungenen) Essen nicht viel erwartet, er diente eher als kleiner Schub zwischendurch, da noch 3h Kino auf uns warteten.
Die Rechnung machte Freude, sind doch die Preise der Speisen und insbesondere der Getränke sehr moderat.
Also: Alles fein im Neugrunaer Casino - kann man hingehen....
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