Herdern ist die bessere Wohnlage Freiburgs, zahlreiche Villen ziehen sich von der nördlichen Innenstadtgrenze die Hänge des beginnenden Schwarzwaldes hinauf. An der Hauptstraße findet sich noch heute das Zentrum der ehedem selbständigen Gemeinde mit Kirche, Dorfbach und kleinem Marktplatz.
Und genau hier schlägt mit dem Gasthaus zum Weinberg das kulinarische Herz Alt-Herderns. Die Traditionsgaststätte präsentiert noch heute stolz im Gastraum ihre Frescomalerei im Stil der späten Fünfziger. Alles andere wurde soeben frisch renoviert, denn ab sofort schwingt Antonello hier seine italienischen Kochmesser.
Was, noch‘n Italiener? Stimmt, ist auf weniger als hundert Metern der dritte Tifoso. Aber mit Alleinstellungsmerkmal: Nur hier gibt es echte Pinsa, die knusprigleckere Urform des latinischen Teigfladens. Daneben schmackhafte süditalienische Küche mit natürlich selbstgemachter Pasta und handgeriebenen Trüffeln. Aber probiert doch mal die Kalbssteaks mit Steinpilzen! Auch die Antipasti wird es bei der Konkurrenz nicht besser geben, „Vitello Antonello“ aus der rosa Kalbsnuss oder getrüffeltes Carpaccio sind hier ubiers Empfehlung.
Was die Herdermer gerne für sich behalten: Das schmale Reihenhaus hat den wohl idyllischsten Biergarten Freiburgs gut versteckt hinterm Haus. Unter altem Baumbestand stehen verstreut einige Tische wie in Omas Garten, schmale Kieswege führen zwischen kleinen Beeten immer weiter ins Grundstück und erschließen weitere lauschige Plätzchen - zum Teil unter zwei großen alten Weinstöcken, von denen einem die Trauben geradezu in den Mund wachsen.
Die Privatbrauerei Ganter ist Eigentümer und damit Bierlieferant - wer´s mag - aber der Schwerpunkt liegt natürlich beim Wein. Fast alle italienischen Weinregionen finden sich auf der gut bestückte Karte.
Ab sofort daher uneingeschränkt empfehlenswert. Mit der hier regelmäßig tagenden Herdermer Narrenzunft kann man sich arrangieren. Deren Name soll auch hier entstanden sein: Die Lalli...
Na...
Read moreSchon öfter hatte mein Onkel von Antonellos Pinsa geschwärmt. Nun hatte ich endlich Gelegenheit, mit ihm dorthin zu gehen. Die Lage im Stadtteilzentrum von Herdern gegenüber der Kirche ist klasse. Früher war hier eine traditionelle badische Gastwirtschaft. Nach längerem Leerstand ist Antonello hierher gekommen. Wir hatten reserviert. Dennoch dauerte es eine Weile, bis wir einen Tisch bekamen. Bis uns eine Speisekarte erreichte, vergingen weitere 10 Minuten. Dann wurden wir mehr als eine halbe Stunde ignoriert. Das Angebot ist reichhaltig. Der Schwerpunkt liegt auf der Pinsa. Doch gibt es jetzt (Anfang Juli) auch viele Trüffelgerichte. Pasta, Fisch und Fleisch finden sich ebenfalls. Allein die Vielfalt der Pinsen ist wirklich bemerkenswert: von einfachen mit Tomaten und Käse über ungewöhnliche wie die mit Gorgonzola und feinen Birnenscheiben, für die sich der Onkel entschied oder die Princessa mit Schinken, Büffelmozzarella gerösteten Pistazien und Zitronensaft, die ich hatte, bis zu überkandiedelten, u.a. mit Trüffeln und Blattgold (für nur 120,- Euro) finden sich vier Seiten. Sie schmecken sehr gut: feiner, knuspriger Teig, der Belag offenbar nach Bedarf teils später aufgelegt. Die Zutaten wirklich mit kulinarischem Können ausgewählt - das lohnt den Besuch! Den Hauswein hingegen kann man ganz gut zum Essen trinken. Das fruchtige Bukett verspricht allerdings mehr, als der Wein hält. Es fehlt ihm an Körper. Da das Personal offenbar überfordert war, wurde uns nach dem Essen auch nichts mehr angeboten. Ich will ihnen zugute halten, dass eine Gesellschaft von 30 Personen da war (die Gaststube hingegen war vielleicht zur Hälfte besetzt) und dass es den jungen Leuten offenbar an Erfahrung fehlte. Doch spricht es nicht für gepflegte Gastlichkeit, wenn sich Gäste...
Read moreWir haben uns zu viert im Garten des Restaurants an einem reservierten Tisch niedergelassen. Nettes gemütliches Ambiente, auch wenn es ein bisschen besser gepflegt sein könnte. Wir bestellten aus der sehr übersichtlichen Zahl von Hauptgerichten 3 mal Zander und irisches Lamm. Nach geraumer Zeit, als die Getränke schon da waren, wurde uns mitgeteilt, dass der Fischlieferant nicht gekommen sei. Wir studierten wieder die Karte, entschieden uns schnell....und warteten, derweil die Bestellungen von später gekommenen Gästen aufgenommen wurden. Ich lief dann der Servierkraft nach, die an den Tisch kam und verkündete, dass, ähm, leider leider auch der Fleischlieferant nicht gekommen sei. Wir waren sauer und beschlossen, das unwürdige Theater abzubrechen. Natürlich beschwerten wir uns beim Wirt/Koch, der uns fragte, ob wir uns vorstellen könnten, wie er in der Küche schwitzen müsse, und sich damit zu rechtfertigen versuchte, dass es nicht seine Schuld sei, dass die Lieferanten heute nicht gekommen seien. Das aber hätte er seinem Personal mitteilen können. Und für die unzulängliche Organisation seines Betriebs fühlen wir uns nicht verantwortlich. Der anschließende Disput war äußerst unerfreulich. Dieses Lokal? Nie mehr! Der Chef hätte uns vielleicht noch versöhnen können, indem er uns zu den vier kleinen Bier eingeladen hätte. Aber auf diese Idee ist er mit Sicherheit nicht...
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