Nur noch selten besuche ich meine geliebte Heimat Wien. Gerade dann nehme ich wehmütig und mit schmerzhaftem Stechen in der Seele den rapiden Niedergang und Verfall der einstigen Weltstadt der Kultur wahr.
Oft tröstet mich dann ein Besuch im Gasthaus Orlik in der Spittelau. Bei Orlik handelt es sich um eines der letzten echten Wirtshäuser in Wien. Kein Restaurant, keine Fooderia, kein Bistro – sondern ein Wirtshaus wie früher. Die Einrichtung ist altmodisch, und beim Betreten fühlt man sich in die Kindertage zurückversetzt, denn es sieht aus wie in den 80ern oder davor. Mit Backstube, begehbarem Kühlraum, Ausschank und allem, wie es früher war. Das Orlik schämt sich nicht dafür, ein Wirtshaus zu sein – es zeigt das sogar mit Stolz. Es ist immer gut besucht, und das Publikum ist angenehm und bodenständig.
Das reflektiert auch die Karte: Burger, Poké Bowl, Falafel oder Halloumi-Tatar sucht man hier vergeblich. Stattdessen winkt der Genuss eines Zwiebelrostbratens, gerösteter oder gebackener Leber, Schnitzels oder Gulaschs. Und das nicht nur gut, sondern sehr gut. Auch wenn das Orlik vielleicht nicht das Lokal für eine Taufe oder eine Hochzeit ist, eignet es sich perfekt für einen gemütlichen Abend bei wirklich preiswertem Essen. Die Portionen sind fair und reichen auch für jemanden, der mit den Händen arbeitet. Der Schankwein ist bekömmlich, und man kann ihm bedenkenlos zusprechen, ohne fürchten zu müssen, tagelang an Kopfschmerzen zu leiden.
Das Personal ist freundlich. Besonders hervorheben möchte ich die schlanke junge Kellnerin, die vom Typ her an Cara Delevingne erinnert. Graziös und elfengleich serviert sie das Essen, als ob sie über einen Laufsteg schweben würde. Das schmachtende Lächeln der Herren über fünfzig, die oft in Begleitung ihres aufgeblähten Ehedrachens am Tisch sitzen, übergeht sie mit mitleidiger und unvulgärer noblen Gelassenheit, die geradezu aristokratisch wirkt. Jedes Mal beim Zahlen fragt man sich, ob es das letzte Mal war, dass sie einem den Wein brachte – und ob sie beim nächsten Besuch vielleicht schon in New York, Paris oder Mailand für Chanel oder Lagerfeld modelt.
Schön ist auch, dass das Essen saisonal geprägt ist: Spargelzeit, Sturm, Kürbis-, Pilz- und Wildsaison lassen sich kulinarisch und frisch miterleben. Das Orlik erinnert mich ein wenig an das Gasthaus Bauer – beide haben sogar denselben nervigen Klingelton am Telefon.
Eine Legende, die sich unter den Eisenbahnern am Franz-Josefs-Bahnhof hält, besagt, dass der Name „Gasthaus Orlik“ auf den Heumarkt-Catcher Franz Orlik zurückgeht, der in den 50er- und 60er-Jahren als Profi-Ringer berühmt wurde. Ob das stimmt oder nicht, möchte ich gar nicht wissen – das Mysterium ist einfach zu schön.
Wer also hungrig ist wie der Schurli Blemenschütz oder einfach nur einen netten Abend in einem Wiener Wirtshaus verbringen will, sollte das Gasthaus...
Read moreWe ate at Gasthaus Orlik twice during our stay in Vienna. The first time we came based on Google reviews, and we were so impressed that we decided to return two days later. The food is excellent, prepared with great attention to quality, and the prices are very reasonable for what you get – a perfect balance of taste and value.
The service deserves special mention: the staff are very friendly, helpful, and professional, which makes the whole dining experience even more enjoyable.
I can sincerely recommend Gasthaus Orlik if you are in the area – it’s a place that combines delicious Austrian cuisine with warm and attentive...
Read moreThis felt lika a genuine Austrian resturant. Prices are very good. Staff is extremely friendly and service minded always checking if you need something (without asking). The don't understand English to good but who cares when u can use "sign" language. Service gets 5 stars. Unfortunately the food is only okay eg. 3 stars. Large portions but not grate taste and meet is very well done. Schnitzel (cordon blue) was the best. Recommended and I would...
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