Wem seine Verwandten am Herzen liegen, dem kann ich nur davon abraten, diese im Hospital zum Heiligen Geist in Kurzzeitpflege zu geben. Da mein Opa sehr spontan ins Krankenhaus musste, der sich sonst um meine pflegebedürftige Oma kümmert, musste meine Oma für 3 Wochen dort unterkommen. In diesen 3 Wochen hat sie 3 kg Körpergewicht verloren und das Hospital mit 39 kg Gewicht verlassen. Schlicht, weil die Pfleger*innen ständig vergessen haben, dass sie fast blind ist und ihr das Essen angereicht werden muss. Das kostet natürlich Zeit und Aufmerksamkeit. Beides war offenbar nicht vorhanden. Sie hat zu diversen Mahlzeiten gar nichts gegessen.
Auch ihre Medikation wurde, trotz kurzfristigem Aufenthalt, während dieser Zeit verändert. Sie muss bestimmte Medikamente in bestimmter Dosierung zu ganz bestimmten Zeiten erhalten. Das Heim hat, wie aus dem Verlaufsblatt abzulesen ist, diese Zeiten nicht eingehalten und ihr einfach seltener mehrere Medikamente auf einmal gegeben, anstatt diese entsprechend der Liste über den Tag zu verteilen und zu dosieren. Auch wurden ihr zusätzliche Medikamente verabreicht (vllt. Beruhigungsmittel zum Ruhigstellen o.ä.), welche sie gar nicht benötigt. Diese wurden auf dem Verlaufsblatt nicht vermerkt, lagen aber in ihrer Medikamenten-Dose mit drin. Niemand weiß, was das für Medikamente waren. Das Heim konnte dies auf Rückfrage auch nicht beantworten. Mein Großvater, sowie die bevollmächtigten Angehörigen, wurden nicht über die Änderung der Medikamentengabe informiert oder aufgeklärt, sondern haben diese erst nach Rückkehr meiner Oma im mitgegebenen Verlaufsblatt entdecken müssen.
Darüber hinaus wurde sie oft sehr grob behandelt. Sei es, dass sie mit kaltem Wasser bei offenem Fenster gewaschen wurde oder wenn sie auf Toilette musste, ewig warten musste, bis ihr jemand zur Toilette half oder einfach eine halbe Stunde auf Toilette vergessen wurde. Morgens, wenn sie geweckt wurde, wurde ihr keine Minute zum Aufwachen oder zur Kreislaufstabilisierung gewährt, sondern zack das Nachthemd ausgezogen und dann mit teilw. kaltem Wasser los gelegt.
Es gab auch ein paar Pfleger*innen, die sich menschlich korrekt verhalten haben, was an dieser Stelle natürlich zu erwähnen ist, jedoch nichts an der Gesamt-Erfahrung mit diesem Heim ändert. Sicher ist auch das „System Pflege“, wie es in Deutschland praktiziert wird (schlechte Bezahlung von Pflegefachkräften, Privatisierung der Pflege, Personalschlüssel usw.) mit dafür verantwortlich. Meiner Meinung nach entbindet dies die Zuständigen jedoch nicht von der Menschlichkeit, ihrem eigentlichen Arbeitsauftrag oder der Versorgung mit dem Notwendigsten, wie z.B. Nahrung. Insbesondere, wenn man sich „Heiliger Geist“ auf die Fahne schreibt. Der Heilige Geist wohnte diesem Gebäude ganz sicher nicht inne.
Wäre meine Oma noch zwei Wochen länger dort geblieben, hätte sie bestimmt künstlich ernährt werden müssen. Aus diesem Grunde hat mein Opa seinen Krankenhaus Aufenthalt auf eigene Gefahr frühzeitig beendet. Durch die Corona-Situation konnten wir als Familie keinen Einfluss auf die Situation vor Ort nehmen, da Besuche nur nach sehr komplizierter Anmeldung drei Mal in der Woche draußen vor dem Heim möglich waren. Auch die interne Kommunikation im Heim scheint nicht zu funktionieren. Vereinbarte Termine wurden intern nicht korrekt weiter gegeben, sodass Familienmitglieder, trotz vorheriger Anmeldung, wieder nach Hause geschickt wurden. Erst, nachdem wir auf schriftliche Terminierung per Email umgestiegen sind, funktionierte das Ganze.
Es gibt Leute, die gute Erfahrung mit der Langzeitpflege dort haben. Die Kurzzeitpflege ist jedoch eine menschliche Katastrophe. Oder, um es mit den Worten meiner Oma auszudrücken:
„Da will ich nie wieder hin. Lieber sterbe ich.“
Ich denke, dem ist nichts weiter...
Read moreSofern Kurzzeitpflege in Anspruch genommen wird, ist es eine Sache des Vertrauen Angehörige in deren Hände zu geben und geht davon aus, dass alles läuft, oder? Bei einer Vorsorgevollmacht geht man davon aus, dass ggf Rücksprache gehalten wird. Leider eben nicht. Die eine Hand, weiß nicht was die andere macht, Auskünfte werden mit Achselzucken beantwortet.
Da wird einfach ein Gehwagen bestellt, obwohl einer vorhanden ist und nach einer Schulter OP nicht mal benutzt werden darf!
Da unterschreibt ein dementer Bewohner Verträge, die er nicht mal versteht. Auf Nachfrage " wieso ich bin ja zuzahlungsbefreit"
Da fladdert eine Zuzahlungsrechnungen für Rezepte ins Haus, obwohl eine Befreiungskarte vorlag. 70.- Euro
Da fehlt ein Einweisungs- und Transportschein für eine wichtige Nachuntersuchung der OP.
Da rufen 7 Leute an, wann der Gast zu einem falschen Tag denn abgeholt wird, obwohl im Aufnahmebogen ein anderer Tag stand und es wurde sogar eine Abholzeit 9Uhr vereinbart ( selbstverständlich gab es ein Zusatzvertrag für einen Tag - unterschrieben vom dementen Gast) Für den Tag bis 9Uhr gab's eine Privat Rechnung unter anderem für PFLEGE, die nicht mal stattfand!
Auf Nachfrage wieso der komplette Tag "so" abgerechnet wird kam Zitat: "wieso Sie hätten den Gast ja auch später abholen können" BITTE? Der Gast war nicht abholbereit, morgendliche Tabletten nicht gegeben, Tasche nicht gepackt - ist ja auch egal, schafft der Gast einarmig schon. Welche Pflege also?
Tja, dann gab's ne Tasche mit Medikamenten, wo ich mich frage wo alle Tabletten geblieben sind, die bestellt wurden. Richtig daneben war, dass sich in dieser Tasche eine fremde MRT CD mit Aufnahmen befand. Das ist Datenschutz und frag sich, was noch alles durcheinander gebracht wird.
Alles in Allem, für so viel Geld gut gedacht, schlecht...
Read moreHier schreibe ich gerne ein paar Worte zum Haus Arnika (hier WB 1): Meine Mutter war 13 schöne Monate im Haus Arnika, bis sie dort letzte Woche ruhig eingeschlafen ist. Bis zur letzten Minute war sie nicht allein!
Sie wollte nach 3 Wochen KH-Odyssee nur noch "nach Hause", zu "ihren" lieben Pflegern und alle freuten sich, dass sie wieder da war.
Ich selbst komme aus der Pflege und weiß, dass es nicht immer leicht ist für die Pfleger, allen gerecht zu werden.
Meine Mutti hat sich dort vom 1. Tag an sehr wohl gefühlt. Man darf nicht vergessen, sie kam aus einer großen Wohnung in nur ein Zimmer! Das war nicht einfach! Aber alles durfte sie so einrichten, wie SIE es wollte. Viele Blumen auf dem Balkon, den Sie gut nutzen konnte.
Nun noch ein paar lobende Worte zur Pflege und Betreuung: Dort auf dem WB 1 arbeiten wirklich ganz tolle, liebe und vor allem engagierte Menschen, die meine Mutti alle sehr ins Herz geschlossen hatte und das beruhte, glaube ich, auf Gegenseitigkeit! Alle waren immer nett, nie genervt oder unfreundlich.
Ein großes Lob also an alle PflegerInnen und an Frau Franke (ich weiß, dass eine Station mit der Leitung steht und fällt), ihr habt alle bis zum Schluss einen super Job gemacht und seid ein klasse Team!
Nur am Rande möchte ich die neuen "Essenswagen" positiv erwähnen, das ist wirklich eine Bereicherung!
Nochmals vielen Dank an alle und macht bitte weiter so! Ich werde Euch gerne weiterempfehlen.
Einziges Manko tatsächlich war die ausgebliebene oder unzureichende Zimmerreinigung, da hätte ich mir...
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