Ich bin für ein paar Tage in London und habe mir über Airbnb eine kleine Wohnung in der Nähe der Waterloo East Station gemietet. Das Apartment liegt in einer ruhigen Seitenstraße, nur ein paar Minuten zu Fuß entfernt. Es ist ein Altbau mit hohen Decken, knarrenden Holzdielen und einem winzigen, aber gemütlichen Balkon, auf dem ich morgens meinen Kaffee trinke direkt mit Blick auf das leicht chaotische Londoner Dachgewirr. Mein Gastgeber, hatte mich gestern Abend persönlich begrüßt. Ein Londoner mit sanftem Akzent und einem trockenen Humor. Er gab mir ein paar lokale Tipps. Unter anderem: „Wenn du schnell durch die Stadt willst, vergiss die Tube. Geh zu Waterloo East, niemand denkt dran, aber sie ist Gold wert.“
Heute folge ich seinem Rat. Es ist noch früh, und ich laufe die paar Minuten zur Station. An der Ecke steht eine ältere Dame mit einem kleinen Dackel, der fröhlich an mir hochspringt. Wir kommen ins Gespräch, sie heißt Margaret und wohnt seit 40 Jahren in der Gegend. „Früher war Waterloo East noch ein richtiger Geheimtipp“, sagt sie lächelnd. „Heute… na ja, eigentlich immer noch.“ Sie wünscht mir eine gute Fahrt und einen schönen Aufenthalt in London, der Dackel bellt zustimmend.
Ich lehne mich gegen die Metallstrebe am Bahnsteig, spüre das Vibrieren der Gleise unter den Füßen, und während ich auf meinen Zug warte, wandern meine Gedanken zurück in die Vergangenheit. Ich habe gestern Abend noch ein bisschen über die Geschichte der Station gelesen und seitdem sehe ich diesen Ort mit anderen Augen.
Waterloo East, ursprünglich Waterloo Junction, war einmal ein echtes Verbindungsstück. Schon bei ihrer Eröffnung 1869 verband die Station zwei der großen Bahngesellschaften. Die South Eastern Railway und die London Chatham and Dover Railway. Das war nicht nur logistisch anspruchsvoll, sondern auch politisch brisant denn die Bahngesellschaften waren Konkurrenten, und Waterloo Junction war sozusagen ein diplomatischer Kompromiss auf Schienen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde dieser Teil Londons stark bombardiert. Die Nähe zur Themse, die Eisenbahnlinien, der Hafen und die Regierungsgebäude machten ihn zum strategischen Ziel. Auch Waterloo East wurde getroffen. Ich stelle mir vor, wie Züge voller Soldaten und Verwundeter hier hielten, wie Pendler unter Fliegeralarm zur Arbeit fuhren. Einige der alten Mauerabschnitte, wenn man genau hinsieht, tragen noch die Spuren davon.
Im Laufe der Jahre wurde die Station mehrfach umgebaut, modernisiert, umbenannt. Waterloo East heißt sie offiziell erst seit 1977. Sie hat aber nie den riesigen Publikumsverkehr der benachbarten Waterloo Station erlebt. Vielleicht ist das ihr Glück. Sie ist bis heute mehr Übergangsstation als Ziel, ein funktionaler Zwischenraum und genau das macht sie so spannend. So eine Art urbanes Niemandsland, das trotzdem täglich Tausende Menschen durchqueren.
Ich lehne mich an das Geländer, sehe auf die Dächer der Umgebung und stelle mir vor, wie hier früher Dampfloks eingefahren sind, wie Männer mit Zylinder und Zeitung unter dem Arm auf den Zug warteten. Heute trinkt der Banker mit glänzenden Lackschuhen neben mir Cold Brew und checkt stumm seine E-Mails. Der Zug fährt ein. Ich steige ein, finde einen Platz am Fenster. Und als die Station langsam hinter mir verschwindet und ich die nahenden Wolken sehe denke ich mir, ich hätte einen Regenschirm mitnehmen sollen.
Stand: 18.04.2025
„In London zu reisen ist ein Akt zivilisierter Tapferkeit. Man tritt hinaus in eine Stadt, welches seine Stürme mit Würde trägt, seine Bahnhöfe mit Verwirrung füllt und seine Herzen hinter zerknitterten Zeitungen verbirgt. Es ist ein endloser Akt der Hoffnung, dass der Zug doch noch kommt, dass der Tee heiß genug ist, und dass das Leben, trotz allem, immer einen ironischen Glanz behält. Wer hier reist, sucht nicht Ziel oder Zeitplan - er sucht Schönheit im Missverständnis, Dramatik im Detail, und die leise Ekstase, verloren und lebendig...
Read moreWaterloo East Station is a useful rail station connecting South East London and beyond to London Waterloo, which is just a short walk via a covered walkway. It provides direct services to areas like Kent and Sussex, making it a key hub for commuters.
The station itself is relatively small but functional, with clear signage and easy access to platforms. There are no ticket barriers, but you’ll need a valid ticket or Oyster card to travel. Facilities are limited, with only a few vending machines, but since it's connected to Waterloo Station, all major amenities like shops and cafés are nearby.
It can get busy during peak hours, but overall, it’s a well-managed and efficient station for travellers heading in and out of central...
Read moreNext to Waterloo main railway station this station is served by Southeastern trains serviced to and from London Charing Cross and London Bridge. There are 4 platforms which are lettered A to D to avoid confusion with numbered platforms at Waterloo main. Easiest access is via Waterloo main but there is also a side access. There are tickets barriers here, it's not advisable to try and board without a valid ticket as there is a penalty fare of £100 if you are caught without a valid reason. Facilities are limited here but everything you need is just a 5 minute walk away at Waterloo main. There are information boards displaying departures etc and automated announcements. You will also find a limited...
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