Schnörkellose, aber ordentlich veredelte Wirtshausküche mit individueller Note zu kleinen Preisen
Das „Bass“ liegt zwischen der Bushaltestelle Olivaer Platz (3 Gehminuten) und der U-Bahn-Station Adenauerplatz (4 Gehminuten), sodass es auch mit den Öffentlichen sehr gut zu erreichen ist. Das internationale Publikum stammt aus allen Gesellschaftsschichten und Altersgruppen. Das sorgt zusammen mit der schlichten, aber geschmackvollen Einrichtung für eine entspannte und ungezwungene Atmosphäre.
Zu meinem Wohlbefinden hat allerdings vor allem der ausgezeichnete Service beigetragen. Angefangen von der herzlichen Begrüßung, über die stets aufmerksame Betreuung während meines Aufenthalts, bis zur freundlichen Verabschiedung gab es an der Bedienung rein gar nichts zu beanstanden.
Die badisch geprägte Küche widersetzt sich nicht kulinarischen Einflüssen aus dem benachbarten Schwaben und bietet zudem sowohl klassische als auch moderne deutsche und cross-over Gerichte, die man in einer sehr umfangreichen Speisekarte zu Preisen findet, bei denen man sich fast schon finanzielle Sorgen um den Wirt machen muss. Wer nicht à la carte bestellen möchte, kann sich auch für ein Menü mit drei oder vier Gängen entscheiden. Insgesamt sollte es zumindest für Carnivoren kein Problem darstellen, in dem umfassenden Angebot etwas zu finden.
Die Auswahl an offenen ausschließlich badischen Weinen ist überschaubar, aber auch ausreichend. Schön, dass es neben 0,1l-Gläsern auch noch echte Viertel gibt, die so viel kosten, wie in anderen Berliner Lokalen der Deziliter.
Auch das Sortiment an Bieren aus dem Hause Störtebeker dürfte keine Wünsche offenlassen, zumal dem Gerstensaft eine eigene Karte gewidmet wird, die ich aber nicht angefordert habe, weil ich schon bei der Reservierung im Internet das Vier-Gänge-Menü mit Weinbegleitung für 58,50 € bestellt hatte. Wohlgemerkt, dabei handelte es ich um den Gesamtpreis für Essen (36,00 €) und Wein (22,50 €).
Zum Einstand wurde sehr schmackhaftes Knäcke- und Vollkornbrot mit einem hausgemachten Aufstrich serviert, erfreulicherweise in verzehrbarer Menge.
Als Vorspeise gab es „Forellentatar mit Kürbis und Quark“, das nicht so ganz meinen Erwartungen entsprach, weil ich mit einem haschierten und lediglich roh marinierten Fisch gerechnet hatte. Die Konsistenz erschien mir deshalb zu stark verdichtet. Außerdem habe ich die gesamte Komposition als zu säurelastig empfunden.
Die „Pastinakensuppe mit Dörrpflaume und Pumpernickel“ präsentierte sich demgegenüber ebenso rund wie weich und ermöglichte es allen Zutaten, sich geschmacklich ausdrucksvoll zu entfalten.
Als Hauptgericht präsentierte sich die „Geschmorte Ochsenbacke mit Curry-Belugalinsen und Sellerie“ wirtshaustypisch deftig, wobei sich die zart gegarte Protagonistin und ihre Entourage mengenmäßig die Waage hielten und schon weitgehend miteinander verbunden waren. Lobenswert hervorzuheben ist, dass hier der Chef mutig zu Werke geht und nicht massentaugliche, sondern individuell abgeschmeckte Gerichte zubereitet, die seine Handschrift erkennen lassen. Allerdings war für mich auch bei der Hauptspeise der Säureanteil zu hoch.
Das rustikale Dessert „Bühler Zwetschge, Streusel und Quarkschaum“ bildete den Abschluss eines insgesamt gelungenen Menüs, auch wenn mein subjektives Geschmacksempfinden nicht ganz demjenigen der Küche entsprochen hat.
Die zu den einzelnen Gängen servierten Weine haben immer perfekt gepasst. Freilich sollte man bei dem Preis keine Spitzengewächse erwarten, aber ich habe jeden Schluck genossen.
Bevor man Espresso und Rechnung bestellt, sollte man einen Blick in die Spirituosenabteilung der Karte werfen, wo sich diverse feine Brände und Geiste finden, die wiederum fast nichts kosten.
Auch wenn mein Geschmack nicht ganz getroffen wurde, habe ich sehr gut und individuell zubereitete Speisen sowie einen schönen Abend genossen. Ich kann deshalb das „Bass“ schon wegen des einmaligen Preis-Leistungsverhältnisses guten...
Read moreAbsolutely perfect “humpday” celebration! 😁 The atmosphere has been very relaxing and Anja made sure that we have everything we need whenever we need it. 👍🏼 It was really refreshing to experience a different German restaurant than simply Schnitzel and Haxe (which I do love to but… 😉) but some other classics from all over Germany. The dish that lured us in was their “Bass-Kaus” (= Labskaus) but everything else was absolutley delicious as well. Our favorite appetizer was the Matjes con salsa. 🤤 Between the two mains - “Wildbolognese” & “Bass-Kaus” - the Bass-Kaus won the competition. 🤤 Last but not least, the “Apfelküchle” (apple pie) took us by surprise. It looked like a Schnitzel, covered in cinnamon and simply fantastic! 🤩 The cook himself had a chat with us about this delicious dish. Thank you Bernd! 🙏🏼 We had amazing dinner and you guys definitely went onto my “favorite German restaurants” list for recommendations whenever...
Read moreGeht so, aufgrund der vielen recht guten Bewertungen haben wir dort auch mal unser Glück versucht. Erster Versuch, Restaurant geschlossen wegen Krankheit. Zweiter Versuch, dito. Dritter Versuch, Anmeldung einer betrieblichen Weihnachtsfeier mit neun Personen. Hat geklappt. Das Restaurant ist ansprechend eingerichtet, die Speisekarte gutbürgerlich vielversprechend. Das hier aber mit Sterneküche zu vergleichen, wie in anderer Rezension geschehen, ist ein Witz und man fragt sich, ob der- oder diejenige jemals in einem Sternerestaurant gegessen hat. Trotz Weihnachtszeit war das Restaurant bis auf zwei oder drei Tische völlig leer, was uns sehr verwundert hat. Dann zur Begrüßung erst einmal die Ansage, was alles auf der Karte nicht verfügbar ist, da kommt schon weniger Freude auf. Was beim besten Willen aber gar nicht geht ist der selten so erlebte spröde Service durch die Mitinhaberin. Kein freundliches Wort, kein Lächeln, egal was man versucht, so etwas haben wir wirklich noch selten erlebt. Ein wenig Enthusiasmus und Empathie sollte jemand, der im Dienstleistungssektor erfolgreich tätig sein will, schon mitbringen. Sehr schade, denn das Essen war durchaus schmackhaft, aber eben gutbürgerlich mit ein wenig Pep. Abgesehen von der Freundlichkeit ließ auch die sonstige Qualität des Services Wünsche offen. Bei nur drei oder vier besetzten Tischen kann man auch von alleine einmal nachfragen, ob vielleicht noch jemand etwas trinken möchte. Den krönenden Abschluß des Abends bildete dann das 'Nichtfunktionieren' der Zahlung mit Karte und die Ansage, wir haben hier mit unserem Funkterminal so gut wie nie Empfang. Da kann man sich auch mal drum kümmern. Da, wie gesagt, das Essen schmackhaft war, noch ein Versuch, dieses Mal nur mit meiner Frau. Lokal wegen einer Außerhausveranstaltung geschlossen, ohne Worte. Dennoch noch einmal versucht, mit Freunden zusammen, vielleicht hatte die Dame des Hauses ja einen schlechten Tag. Aber, weit gefehlt, gleiches Erlebnis wie beim ersten Mal. Noch einmal werden wir da nicht hingehen, gehobenes gutbürgerliches Essen alleine reicht nicht, ein bißchen Freundlichkeit und das Gefühl, willkommen zu sein sind das Mindeste, was man von jemandem, der als Gastronom tätig sein will...
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