Langsam bezweifele ich, ob es eine gute Idee war, sich das Publikum des Lodderbasts ins KoKi zu holen.
Aber vielleicht von Anfang und wieso ich glaube, dass sich das Kino in eine falsche Richtung entwickelt.
Immer wieder gibt es Probleme mit der Tonspur. Nur eine kleine Anekdote: Bei meinem letzten Besuch war die Audiodeskription für Blinde eingeschaltet und kommentierte eine halbe Stunde lang There Will Be Blood. Immer wieder standen verschiedene Mutige auf und baten um Hilfe. Eine ganze Zeit passierte nichts. Erst nach einer Weile wurde hinter der Leinwand unbeholfen an der Tonspur herumgedoktert - zur Erheiterung aller Anwesenden.
Wenn Filme laufen, steht die Tür meist noch offen und als Zuschauer darf man dem Film und dem Talk der Angestellten gleichermaßen lauschen. Multihearing quasi.
Die Werbepause ist ungewöhnlich kurz, so, dass Zuschauer sie jedes Mal falsch einschätzen und auf Toilette gehen. Das sorgt dafür, dass die ersten zehn bis fünfzehn Minuten eines Films immer von Menschen begleitet sind, die panisch (und durch das Bild) auf ihre Sitze haschen. Allgemein ist das Verhalten der Kinobesucher eher auffällig, was allerdings auch mit dem leisen Ton der Filme zusammenhängen könnte.
Dass die Filme zunehmend nur noch im OV und mit Untertiteln laufen, stört die meisten, mit denen ich reden durfte. Ich denke, ein Kunstkino muss nicht zwingend in einen philosophischen Konflikt mit sich selbst geraten, wenn Filme synchronisiert gezeigt werden.
Es gibt kein Popcorn. Die Getränke aus dem Kühlschrank sind eindeutig zu warm. Kostet euch drei Sekunden, den kälter zu stellen.
Ein paar gute Worte zum Abschluss: Das Programm ist gut kuratiert. War es vorher auch, nur wirkt es jetzt lebendiger und durchdachter. Ihr macht euch Gedanken und das merkt man.
Aber alle genannten Kritikpunkte sind einfach umzusetzen. Ich meine klar, ihr seid kein gewinnorientiertes Unternehmen mehr und öffentliche Institution, aber wieso nicht einfach mal auch hier ein bisschen ambitionierter sein? Keiner erwartet von euch, ein Astor für Arthouse zu werden. Reicht schon, wenn ihr ein klein bisschen in Richtung des Apollos schielt, was Technik, Kinoverhalten und...
Read moreSeit der neuen Kinoleitung mit Wiebke und Johannes ist das ein völlig neuer Ort, den es zu entdecken lohnt. Programmkino nennen sich viele - hier wird jeden Monat mit viel Hingabe und Filmkenntnis ein neues Thema gefunden, was Filme enthält, die sonst nirgends gezeigt werden. Das nenne ich gut kuratierte Filmauswahl. Dabei nicht zu vergessen die spezielle werbliche Gestaltung der Flyer, die deutlich aus der Masse irgendwelcher Programmzettel herausragt. Was hier Monatsprogramm ist, daraus machen andere ein ganzes Festival. Apropos: Broyhan Fantastik - das neue und ganz spezielle Festival des fantastischen Films. War im September 2024 für mich als Festivalbesucher die Orchidee unter den mittlerweile vielen Filmfestivals im Norden. Großer Dank auch an Linus de Paoli, u.a. für Espresso und Sambuca;-) Und das sogar wieder in 2025! Ich freu mich riesig. Und schließlich: Hier sind die Kinomacher noch fast jeden Abend vor Ort. Man kann fragen, anregen und wenn's sein soll auch kritisieren. Wüsste nicht, wo sonst der Draht der Verantwortlichen zum Publikum so kurz ist. Fazit: Gut geeignet als 2. Wohnzimmer. Tipp: Kommen, solange noch keinem Politiker oder Stadtoberen einfällt, hier den Geldhahn endgültig zuzudrehen. Geheimtipp: Mitgliedschaft...
Read moreLeider erschreckend schlechter Service, der eher in einer kleinen Siedlung am Rande der Welt angebracht wäre. Es ist wohl ein Glücksfall, jemanden am Telefon zu erreichen, und selbst im Programm (sowohl im Heft als auch am Bildschirm direkt im Foyer des Koki) findet man keinen Hinweis darauf, wie Karten zu bekommen sind. In der automatischen Ansage heißt es, man habe werktags von 12 bis 18 Uhr geöffnet, und doch ist das Telefon in dieser Zeit nicht besetzt. Es bleibt einem - und das jedes Mal - nichts anderes übrig als persönlich zur Kasse zu gehen und darauf zu hoffen, dass sie geöffnet hat und noch Karten zu haben sind. Digitalisierung? In Hannover hat man offenbar noch nicht mal gelernt, das herkömmliche Telefon zu bedienen, E-Mails zu beantworten und informative Programmhefte zu schreiben. Sehr bedauerlich für eine Stadt, die glaubt, Kulturhauptstadt Europas...
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